Kategorie Archive: Bürovorstellung

Skidmore, Owings and Merrill (SOM) – Das Architekturbüro im Porträt

  • Von Jesco Puluj
  • Veröffentlicht 24. April 2016
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Heute stellen wir vom Architektenscout Ihnen das Architekturbüro Skidmore, Owings and Merrill – kurz SOM – vor.

Skidmore, Owings & Merrill im Überblick

Skidmore, Owings & Merrill (SOM) ist ein amerikanisches Architektur- und Ingenieurbüro, das inzwischen als eines der größten weltweit zählt. Es wurde 1963 in Chicago von Louis Skidmore und Nahaniel Owings gegründet und dann drei Jahre später um John O. Merrill ergänzt.

Bereits 1937 errichteten sie eine erste Zweigstelle in New York und sind heute international in zahlreichen Ländern vertreten.

Berühmt wurden sie durch ihre Hochhäuser im International Style – das heißt funktionalistische Büroarchitektur aus Stahl und Glas, beeinflusst durch die Architektur Mies van der Rohes.

Charakteristisch für die Gebäude von SOM ist, das sie zu den höchsten der Welt zählen. Mit dem Burj Khalifa haben sie sogar das derzeit höchste Gebäude der Welt entworfen und auch der 1973 entworfene Willis Tower hielt diesen Rekord über 20 Jahre lang.

Das wohl bekannteste Gebäude SOMs: Burj Khalifa (Foto Vincent Eisfeld, CC 3.0)

Das wohl bekannteste Gebäude SOMs: Burj Khalifa (Foto Vincent Eisfeld, CC 3.0)

Einige der bedeutendste Architekten haben für das Büro gearbeitet, unter anderem:

  • Adrian Smith
  • Marilyn Jordan Taylor
  • Lucien Lagrange
  • Walter Netsch
  • David Childs
  • Natalie de Blois

Darüber hinaus bedarf es für die aufwendigen Bauten von SOM hochbegabter Ingenieure und der Mitgründer John O. Merrill war einer von ihnen. Er brachte den multidisziplinären Ansatz mit in die Firma ein, der wegweisend für die Architekturbranche wurde. SOM vereinte Design, Landschaftsarchitektur, Stadtplanung, Innenarchitektur und Ingenieurswesen die damals kein anderes Büro und ist heute noch Vorbild für effizientes interdisziplinäres Schaffen.

Da überrascht es nicht, dass das Büro allein seit 1998 mit 900 Auszeichnungen geehrt wurde, darunter auch den Architecture Firm Award des American Institute of Architects.

Bauprojekte von Skidmore, Owings and Merrill

SOM hat in über 50 Ländern mehr als 10 000 Projekte realisiert. Den Burj Khalifa hatten wir in einem vorherigen Artikel bereits vorgestellt. Desweiteren möchten wir Ihnen das 1 World Trade Center und den Jin Mao Tower präsentieren.

One World Trade Center

1 World Trade Centre

1 World Trade Centre (Wikimedia, JJBers, CC 4.0)

Das One World Trade Center ist das vierthöchste Gebäude der Welt und wurde auf dem Grundstück des ehemaligen World Trade Centers erbaut. Als Andenken an die Anschläge vom 11. September wurde es zunächst „Freedom Tower“ getauft und befindet sich auch auf dem ursprünglichen Grundstück.

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Berühmtheiten der Architektur: Ludwig Mies von der Rohe

  • Von Jesco Puluj
  • Veröffentlicht 17. Juni 2015
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Eine wahre Berühmtheit der Architektur Ludwig Mies van der Rohe (Quelle: Wikimedia)

Eine wahre Berühmtheit der Architektur Ludwig Mies van der Rohe (Quelle: Wikimedia)

In unserer Reihe „Berühmtheiten der Architektur“ stellen wir vom ArchitektenScout Ihnen die Stars der Architekturszene vor: Architekten, Architektenbüros, außergewöhnliche Bauwerke — alles was das Architekten-Herz begehrt.

In unserem heutigen Artikel präsentieren wir Ihnen den berühmten deutsch-amerikanischen Architekten Ludwig Mies van der Rohe.

Ludwig Mies van der Rohe—der bedeutendste Architekt der Moderne?

1886 in Aachen als Maria Ludwig Michael Mies geboren, entwickelte sich van der Rohe zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu einem der bedeutendsten Architekten der Moderne. Seine Markenzeichen waren die großflächige Verglasung der Fassaden sowie die moderne Nutzung von stählernen Tragstrukturen. Mit diesem Stil inspirierte er auch die angesagten Architekten der damaligen Zeit und sorgte zudem mit seiner Architektur-Philosophie „Weniger ist mehr“ für Aufsehen.

Die Lehrjahre

Seine erste Begegnung mit der Baubranche hatte der junge Ludwig als Maurerlehrling bei einem Bauunternehmen, bevor er als Zeichner für Stuckornamente seine erste Anstellung fand. Zeichnen war schon an der Gewerbeschule eine seiner größten Begabungen gewesen und verhalf ihm zu seinem ersten Architekten-Job: er wurde Zeichner für einen Aachener Architekten und schon bald zog er nach Berlin um dort für John Martens und Bruno Paul zu arbeiten. In Berlin hatte er auch die Möglichkeit sich an den Kunsthochschulen weiterzubilden und endlich sein erstes eigenes Bauprojekt zu konzipieren: das 1907 entstandene Wohnhaus Haus Riehl in Babelsberg.

1908 wechselte er in Peter Behrens‘ Architektenbüro, wo er an Großprojekten seine Fähigkeiten weiterhin schulen konnte. Schon bald entwarf er er sein zweites Gebäude, wieder ein Wohnhaus, das Haus Perls, das in Berlin-Zehlendorf im neoklassizistischen Stil entstand.

Nach seiner Heirat mit Adele Bruhn 1913 eröffnete er sein eigenes Architekturbüro und widmete sich weiterhin den Entwürfen von Wohngebäuden. So entstanden eine Reihe klassischer Villen im Reformstil, etwa die bekannte „Chruchill-Villa“, eine Walmdachvilla in dem Winston Churchill während der Potsdamer Konferenz residierte.

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Berühmtheiten der Architektur: Le Corbusier

  • Von Jesco Puluj
  • Veröffentlicht 27. Mai 2015
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Le Corbusier (Foto: Wikicommons)

Le Corbusier (Foto: Wikicommons)

In unserer Reihe „Berühmtheiten der Architektur“ stellen wir vom ArchitektenScout Ihnen die Stars der Architekturszene vor: Architekten, Architektenbüros, außergewöhnliche Bauwerke — alles was das Architekten-Herz begehrt.

In unserem heutigen Artikel stellen wir Ihnen den berühmten schweizerisch-französischen Architekten Le Corbusier vor.

Le Corbusier – ein Porträt

Le Corbusier wurde unter dem Namen Charles-Édouard Jeanneret-Gris am 6.10. 1887 im Schweizer Kanton Neuenburg geboren. Sein Pseudonym Le Corbusier nahm er erst später an, als er schon dabei war einer der bedeutendsten Architekten des 20. Jahrhunderts zu werden.

Bereits im Alter von 13 Jahren begann er künstlerisch tätig zu werden. Zunächst als Gravierer in einer Kunstgewerbeschule aber schon bald als Maler und Architekt. Auf einer ersten Studienreise im Jahr 1907 beschäftigte er sich eingehend mit der Architektur Italiens und Wiens, wo er sich mit den Theorien von Adolf Loos auseinandersetzte. Im Jahr darauf zog es ihn nach Paris und nachdem er dort die Bekanntschaft mit einigen aufstrebenden Architekten gemacht hatte, arbeitete er für 15 Monate in Auguste Perrets Büro und von ihm die Kunst des Bauens mit Stahlbeton zu lernen.

Doch Le Corbusiers Reiselust nahm nicht ab und so zog es ihn nach seinen Frankreich-Aufenthalten nach Deutschland wo er die Kunstgewerbebewegung in Stuttgart, Ulm, Karlsruhe und München studierte. Nach weiteren Studienreisen (Berlin, Budapest, Rumänien, Türkei, Griechenland) verlegte er dann ab 1917 seinen Lebensmittelpunkt nach Paris wo er zunächst hauptsächlich als Maler tätig war, da die Architekturaufträge ausblieben.

1922 gründete er dann zusammen mit seinem Vetter ein Architekturbüro und erregte auf einer Kunstgewerbeausstellung erstmals mit einem architektonischen Werk für Aufsehen: dem Pavillon sein Kunstzeitschrift L’Esprit Nouveau. Diese zweigeschossige Villeneinheit war mit modernen Möbelstücken und kubistischer Malerei eingerichtet und wurde durch eine Skulptur von Lipchitz ergänzt.

Nachdem Le Corbusier nur aufgrund einer Formalität den Auftrag für den Bau des Genfer Völkerbundpalasts verpasste, erhielt er (zusammen mit seinem Vetter Pierre Jeannerets) den Auftrag Häuser für die Stuttgarter Mustersiedlung „Weißenhof“ zu erstellen. Daraufhin wuchs auch sein Erfolg. Er gewann den Auftrag zum Bau des Gebäudes für den Zentralverband der Konsumgenosschaften der Sowjetunion und gründete die Architektenvereinigung Congrès International d’Architecture Moderne.

Die Villa Savoye von Le Corbusier (Foto: Rory Hyde, CC)

Die Villa Savoye von Le Corbusier (Foto: Rory Hyde, CC)

Es folgten bedeutende Arbeiten als Möbeldesigner (u.a der Chaiselongue LC4) und die Heirat mit dem Mannequin Yvonne Gallis (1930).

Le Corbusier unternahm in den Folgejahren bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs weitere Reisen nach Osteuropa und Südamerika und auch in die USA, wo er zwar als Vortragsredner gefragt war aber keine Aufträge als Architekt erhielt.

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Berühmtheiten der Architektur: Frank O. Gehry

Architekt, kein Künstler

Frank Gehry ist ein Stararchitekt, der polarisiert. Ihm wird nachgesagt, seine Entwürfe seien nichts Anderes als zerknüllte Papierbögen. In der Tat haben die Skizzen, die aus einem Strich, gezeichnet ohne Absetzen des Stiftes zu bestehen zu scheinen, eine verblüffende Ähnlichkeit mit besagtem Stück Papier. Gehry selbst sagte in einem Interview mit dem Süddeutsche Zeitung Magazin, er brauche für eine Skizze nie länger als 15 Sekunden. Auf diese folgten 30 bis 40 weitere 15-Sekünder, bis „die Götter“ ihm endlich eingeben, die aktuelle Skizze sei die richtige.

Frank Gehry Foto: CC © Paul Morigi

Frank Gehry Foto: CC © Paul Morigi

Obwohl die eben genannten Fakten anderes vermuten lassen, betrachtet Gehry seine Arbeit als Architekt als Dienstleistungstätigkeit, nicht als künstlerische Spielerei. Er würde nie umsonst arbeiten und nimmt deshalb schon lange nicht mehr an Wettbewerben teil. Dennoch ist zu beachten, dass die Aufträge für zwei seiner bekanntesten Bauten, das Guggenheim-Museum in Bilbao und die Disney Concert Hall in Los Angeles, durch Wettbewerbe zustande kamen. Frank Gehry hat, wie er auch offen eingesteht, unerwartete Charakterzüge. So neigt er zu Unsicherheit und hat wenig Selbstvertrauen – doch diese Eigenschaften helfen seiner Aussage nach dabei, stets neugierig zu bleiben und die Projekte ausreichend zu hinterfragen. Gehry sieht sich nicht als Künstler, sondern als Architekt. Das klingt merkwürdig, da Architekten, die sich auf einem irdischeren Level bewegen, Stararchitekten wie ihn mit einem herablassenden Abwinken und der zeitgleichen Äußerung „Der? Der ist doch ein Künstler…“ kommentieren.

Werdegang von Frank Gehry

Frank Gehry kam als Sohn polnisch-jüdischer Einwanderer am 28. Februar 1929 in Toronto zu Welt. Sein Geburtsname lautet Frank Owen Goldberg, er änderte ihn 1954, weil er Nachteile antisemitischer Natur wegen des jüdischen Namens befürchtete.
1954 erwarb Gehry den Abschluss Bachelor of Architecture an der University of Southern California. Im Anschluss war er zunächst berufstätig und leistete Wehrdienst. Nach dieser Phase bildete er sich weiter und studierte Stadtplanung an der Harvard University Graduate School of Design in Cambridge/Massachusetts. Ab 1962 begann seine beeindruckende Karriere als selbstständiger Architekt. Bei seinem aktuellen Büro Gehry Partners, LLP, handelt es sich um eine Büropartnerschaft mit zehn Partnerinnen und Partnern, die 2001 in Los Angeles, Kalifornien, gegründet wurde.

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Kohn Pedersen Fox — ein Porträt

  • Von op
  • Veröffentlicht 6. April 2015
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Kohn Pedersen Fox ist mit über 550 Mitarbeitern eines der weltweit größten Architekturbüros und verfügt neben seinem Hauptsitz in New York noch über Außenstellen in London, Shanghai, Hong Kong, Seoul und Abu Dhabi. Es wurde 1976 von den inzwischen verstorbenen Architekten Sheldon Fox und A. Eugen Kohn gegründet und ist bereits seit den 90er Jahren einer der Vorreiter im Hochhausbau, wie sein Entwurf für das höchste Gebäude Chinas, das Shanghai World Financial Center, eindrucksvoll belegt.

Neben Hochhäusern entwirft Kohn Pederson Fox (kurz: KPF) auch Kultureinrichtungen, Bürogebäude, Verkehrsgebäude, Wohnhäuser und Bildungseinrichtungen. Hier eine Liste ihrer bekanntesten Projekte von denen wir Ihnen in diesem Post einige näher vorstellen:

  • Heron Tower in London (2011)
  • International Commerce Centre in Hong Kong (2011)
  • RBC Centre in Toronto (2009)
  • Mandarin Oriental in Las Vegas (2009)
  • Unilever House in London (2011)
  • 333 Wacker Drive Chicago (1983)

Die Karriere des Büros ging schon direkt nach seiner Gründung steil nach oben. Nach einer erfolgreichen ersten Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Medienkonzern ABC kam es zu 14 weiteren Projekten in den folgenden 11 Jahren; darüber hinaus kam es zu weiteren Aufträgen großer US-Konzerne, weswegen KPF bereits zehn Jahre nach seiner Gründung über 250 Architekten angestellt hatte. Mit ihrem Entwurf des 333 Wacker Drive in Chicago (siehe unten) wurden sie dann endgültig weltweit bekannt und es folgten viele weitere Prestige-Projekte, nicht nur für Unternehmen sondern auch für den US-Staat, wie etwa die Federal Reserve Bank of Dallas (1993) oder das Foley Square U.S Courthouse in New York (1995).

Zusammen mit dem Renommee des Büros stiegen auch die Projektanfragen aus Europa und Asia, weswegen KPF international expandierte. Insbesondere in den Londoner Finanzvierteln Canary Wharf und Fleet Street kam es zur Zusammenarbeit mit Großbanken wie Goldman Sachs und auch die Regierung lies nicht auf sich warten. So arbeitete KPF auch am Thames Court und am Rotheremere American Insititute in Oxford, sowie der London School of Economics.

Das erste Projekt in Asien war gleich das 420,000 Quadratmeter große Japan Railways Central Towers und bald folgten Aufträge aus China, Korea und Hong Kong und weiteren asiatischen Staaten.

Mittlerweile ist KPF auch in Abu Dhabi tätig, wo es eine Außenstelle besitzt und es arbeitet sogar an einigen Projekten in Afrika.

Die Firmenphilosophie von KPF betont, dass Erfolg das Resultat von Zusammenarbeit und Austausch ist. Deswegen gilt ihre Unternehmenskultur auch als ein Vorbild im Bereich der Mitarbeiterförderung. So fungieren erfahrene Mitarbeiter als Mentoren für Neuankömmlinge und unterstützen bei Projekt- und Ideenvorschlägen.

KPF hat sich zudem dafür einen Namen gemacht besonders viele Restaurations- und Renovierungsprojekte anzunehmen. Dazu gehört etwa das Hauptquartier der Weltbank, das Unilever House in London und das Landmark in Hong Kong.

Heron Tower London

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Heron Tower London (Foto: jelm6, Creative Commons)

Der Heron Tower ist ein 230 Meter hohes Bürogebäude in London und damit auch das höchste Gebäude des Finanzbezirks der Stadt und das dritthöchste insgesamt. Es wurde von 2007 bis 2011 errichtet, besteht aus 46 Stockwerken und belegt eine Fläche von ca. 2400 Quadratmetern.

Ein besonderes Merkmal des Gebäudes ist das 70 000 Liter umfassende Aquarium in der Eingangshalle, was es zum größten privaten Aquarium Großbritanniens macht. Zudem produzieren Solarzellen erneuerbare Energien weswegen es bereits mit dem Gütesiegel Building Research Establishement Environmental Assessment Methodology ausgezeichnet wurde.

Shanghai World Financial Centre

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Das Shanghai World Financial Centre im Bau (Foto: Chris Price, Creative Commons)

Das Shanghai World Financial Centre war lange Zeit mit 494 Metern das höchste Gebäude der Welt und zählt nach wie vor zu den bedeutendsten Hochhäusern weltweit.

Die Bauarbeiten begannen 1997 und nach einigen Finanzierungsschwierigkeiten (Kosten: 1,2 Milliarden Dollar) wurde es 2008 eröffnet.

Das SWFC wird für seine Einfachheit und seine imposanten Stahlkonstruktionen gelobt, die weniger Stahl als gewöhnlich verwenden und dennoch als Erdbeben-resistent gelten.

Chicago 333 Wacker Drive

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Chicago: 333 Wacker Drive (Foto: Ray Dumas, Creative Commons)

333 Wacker Drive ist ein Hochhaus, das einer der Gründer von KPF, William Pedersen, konzipierte und das 1983 erbaut wurde. Es ist durch seine elegante Glasfassade berühmt geworden—das Gebäude macht KPF weltweit bekannt.

Berühmtheiten der Architektur: Zaha Hadid

  • Von op
  • Veröffentlicht 1. April 2015
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Zaha Hadid (Quelle: siehe unten)

Heute stellen wir Ihnen eine der bekanntesten zeitgenössischen Architektinnen vor: Zaha Hadid.

Sie sorgte mit ihrem neofuturistischen Stil für Aufsehen und erhielt als erste Frau den „Nobelpreis der Architektur“, den Pritzker-Preis.

Zaha Mohammed Hadid wurde am 31. Oktober 1950 in Bagdad geboren und studierte an der Architectural Association School of Architecture in London. Nachdem sie in Rotterdam zunächst für ihre Professoren Rem Koolhaas und Elia Zenghelis gearbeitet hatte, gründete sie dann 1980 ihr eigenes Büro in London, Zaha Hadid Architects. Heute sind hier 350 Mitarbeiter beschäftigt, die nicht nur Gebäude entwerfen sondern auch Innenarchitektur-Projekte realisieren oder sich mit Design-Konzepten beschäftigen. So wurde Hadid etwa von der Schuhmarke Lacoste beauftragt einen Schuh zu gestalten und ist auch im Bereich der Möbelgestaltung tätig.

Bekannt ist Hadid jedoch vor allem durch ihre neofuturistischen Bauwerke geworden, von denen wir unten einige vorgestellt haben.

Hadid zeichnet sich auch durch ihr Engagement in der Lehre aus. So lehrte sie an der Harvard Graduate School of Design und der Chicago School of Architecture. Sie war zudem Gastprofessor an der Hochschule für bildende Künste Hamburg der Universität für angewandte Kunst Wien.

Hadid hat allerdings nicht nur Verehrer. Ihre Kritiker bezeichnen ihre Gebäude als ausufernd extravagant und werfen ihr vor, dass sie von „Diktatoren-Staaten“ finanziert würden. Bilden Sie sich Ihre eigene Meinung anhand drei Ihrer bekanntesten Projekte, dem Wissenschaftsmuseum in Wolfsburg, dem Contemporary Arts Centre in Cincinnati und der Oper von Guanghzhou.

Phæno – Die Experimentierlandschaft in Wolfsburg

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Das phaeno in Wolfsburg (Foto: David Kasparek)

Seine ungewöhnliche Form führte dazu, dass die Welt am Sonntag das Museum als „Ufo aus Beton“ bezeichnete und als ein Gebäude „das zwar irritiert, aber keinesfalls verstört… Traumhafte Kompositionen sind das, mit aberwitzigen Perspektiven, die die Ästhetik der russischen Konstruktivisten auf ganz eigene Weise fortführt“.

Besonders war beim Bau des Museum ein erstmals in Deutschland eingesetzter selbstverdichtender Beton. Dies führte zwar zu Komplikationen beim Bau, passte aber hervorragend in Hadids Gesamtkonzept der fließenden Übergänge von Innen nach Außen.

Hadid entwarf das Wissenschaftsmuseum Phæno zusammen mit dem Architekturbüro Mayer-Bährle.

Eckdaten:

  • Bietet Platz für eine 9000 Quadratmeter große Ausstellung mit 260.000 Besuchern im Jahr
  • 16 Meter hoch und 170 Meter lang
  • 27 000 Kubikmeter Beton wurden verbaut
  • Stabilisiert durch zehn Betonpfeiler in Kegelform, die bis zu sieben Meter dick sindKosten insgesamt 79 Millionen Euro

Contemporary Arts Center, Cincinnati

Hadids erstes Bauprojekt in den USA war der Neubau des Museums für zeitgenössische Kunst in Cincinnati, Ohio: das Contemporary Arts Centre (CAC). Das Museum wurde 1939 gegründet, wobei schon seit den frühen 1980er Jahren erste Entwürfe für ein neues Gebäude entstanden. Erst 1997 wurde dann der Wettbewerb für das erste frei stehende Gebäude des Museums ausgeschrieben. Unter den zwölf Halbfinalisten befanden sich neben Habib auch Coop Himmelblau, Daniel Liebeskind, Jean Nouvel und Herzog & de Meuron.

Eckdaten:

  • Insgesamt 80.000 Quadratmeter Fläche
  • Kosten: 34 Millionen Dollar
  • Baubeginn Mai 2011, Bauende Mai 2003
  • Gewann den Royal Institute of British Architects (RIBA) Award

caContemporary Arts Centre Cincinnati (Wikimedia)

Guangzhou Opera House

Das Guanghzou Opera entstand aus einem weiteren Architektur-Wettbewerb den Hadid für sich entscheiden konnte. Ihr Entwurf wurde im November 2002 als Gewinner gekürt. Wieder setzte sie sich u.a gegen Coop Himmelblau durch und sogar gegen ihren ehemaligen Professor Rem Koolhaas.

Heute zählt die Oper von Guanghzou zu den größten Theaterhäusern Chinas. Es hat eine Sitzplatzkapazität von 1804 und kostete ca. 200 Millionen US Dollar.

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Das Guangzhou Opera House (Foto: Eugene Lim, CC)

Copyright für das Foto von Zaha Hadid: „Zaha hadid – Flickr – Knight Foundation“ by Knight Foundationzaha hadid. Licensed under CC BY-SA 2.0 via Wikimedia Commons.

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