Monatsarchiv: Juni 2015

ArchitektenScout | Architektenaufträge des Monats: Juni 2015

Sind Sie bereit für diese Anfragen ?

Sind Sie bereit für diese Anfragen ? (© Coloures-pic/ fotolia.com)

Zum Ende des Monats Juni 2015 stellen wir Ihnen die Architektenanfragen zusammen. Die Aktuellen Anfragen zeigen wir ja unter http://www.architektenscout.eu/Anfragen , dort fortlaufend und mit einer Anfragenkarte ergänzt, die Ihnen zeigt wo genau, in welchem Zeitraum, nach Architekten über ArchitektenScout gesucht wurde.

Eine Auswahl dieser Anfragen im Juni 2015 lesen Sie hier:

81375 München
Objektart: Bauvoranfrage für Umbau
Baugenehmigung vorhanden: Ja
Grundstück vorhanden: Ja
Folgende Leistungen werden benötigt: Architekt
Sonstiges: 1. Preisangebot bitte für:
Ein bestehendes Büro-/Funktionsgebäude im Gewerbegebiet soll umgebaut werden in ein einfaches Hotel Garni. Benötigt wird zunächst eine Bauvoranfrage. Die Betriebsbeschreibung kommt vom Investor. Der/die Architekt/in sollte in den nächsten 2 Wochen 1-3 Bauvoranfragen bei der Lokalbaukommission München eingeben können.
Der Fragekatalog und die Betriebsbeschreibung sind dabei im Prinzip immer gleich. München Stadt und Land.
2. Folgeauftrag
Bei positivem Vorbescheid und Kauf des Gebäudes durch den Investor: Eingabeplanung, Werkplanung. Bauleiter ist beim Investor vorhanden.

76227 Karlsruhe
Objektart: Neubau Mehrfamilienhaus in Altstadtlage
Starttermin : 29.01.2015
Grundstück vorhanden: Ja
Folgende Leistungen werden benötigt: Architekt

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Corporate Architecture – Architektur als Instrument der Markenbildung

Repräsentative Bauten, die eine Aussage über ihren Bauherrn kommunizieren, gab es bereits vor Jahrtausenden. So lösten die Bauten des Alten Roms Ehrfurcht oder Bewunderung aus. Zugleich zeigten sie den Reichtum und die Macht ihrer Bauherren. Eine sehr ähnliche, wenn auch komplexere, Funktion hat Architektur auch heute noch. Sie hat seit den 1990-er Jahren einen Namen: Corporate Architecture. Ob diese jedoch überzeugt oder lächerlich wirkt, liegt in den Händen von Bauherrn und Architekten.

Ohio Longaberger | © Tysto, Wikimedia Commons

Ohio Longaberger | © Tysto, Wikimedia Commons

Definition Corporate Architecture

„Corporate Architecture bedeutet, die Architektur in einem Unternehmen beziehungsweise einer Organisation als Ausdruck der Unternehmenspersönlichkeit zu nutzen. Corporate Architecture umfasst szenografisch gestaltete Gebäude und Räume sowie Ausstellungen, Messeauftritte und Erlebniswelten.“ (Prof. Dr. Dieter Georg Herbst)

Um die Position von Corporate Architecture einordnen zu können, ist ein kleiner Ausflug in die Marketing- und Kommunikationswelt sinnvoll.

Architektur als Marketing-Instrument

Marketing hat unter anderem die Aufgabe, die Unternehmensidentität zu bestimmen, auszubauen und nach außen zu kommunizieren. Die Identität eines Unternehmens, die Corporate Identity (CI), umfasst das Verhalten und die Selbstdarstellung eines Unternehmens auf Basis der Unternehmensphilosophie. Ein Instrument zur Umsetzung der Kommunikation der CI ist das Corporate Design (CD). Dieses „Unternehmenserscheinungsbild“ beinhaltet alle sichtbaren Elemente der CI. Hierzu gehören zum Beispiel Farben, Schrifttypen, das Logo usw. Innerhalb dieses Bereiches findet sich die Corporate Architecture (CA). Wobei hinzuzufügen ist, dass Architektur viel mehr ausdrücken kann, als bekannte und mit einem Unternehmen assoziierte Formen oder Farben wiederzugeben. Allerdings gibt es Beispiele, in denen auch Letzteres der Primärzweck ist.

Aufgaben der Corporate Architecture

Firmenarchitektur ist in der Lage, den Wiederkennungswert zu steigern. Dies kann auf sehr niedrigschwelligem Niveau, etwa durch immer gleich anmutende Firmenbauten „aus der Schublade“ geschehen oder durch spektakuläre Gebäude, an die Betrachter sich erinnern. Diese sind geeignet, um den Stellenwert der eigenen Firma zu betonen: Ein auffallendes, einzigartiges Gebäude, dem man seinen Preis ansieht – vor allem, wenn es von einem bekannten Stararchitekten geschaffen wurde – setzt eine Benchmark. Diese Entwürfe widmen sich der Aufgabe, die CI von Unternehmen zu interpretieren. In diesen Fällen muss das Ergebnis fernab des Massengeschmacks sein. Es darf polarisieren und sogar verstören. So erreicht das Gebäude, was es erreichen soll: Es ist und bleibt im Gespräch, auch weit über den Eröffnungszeitpunkt hinaus. So funktioniert PR.

Mittels Corporate Architecture Markenpersönlichkeit empfinden

Einzigartige Architektur, zu der bestimmte Corporate Architecture ohne Frage zählt, ist in der Lage, ein Gefühl zu vermitteln. Wie Studien bewiesen haben, erinnern wir uns wesentlich besser an Etwas, das wir mit einer Empfindung verknüpfen. Das Ergebnis einer Investition in Corporate Architecture ist also eine erhöhte Präsenz in den Köpfen der Zielgruppe. Demnach ist bewiesen, dass Corporate Architecture einen großen Beitrag zum Marketing und zur Imagebildung eines Unternehmens beiträgt. Diese Maßnahme wirkt sich letztlich auch auf die Unternehmenszahlen aus, da Bekanntes lieber gekauft wird als Namenloses.

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Berühmtheiten der Architektur: Ludwig Mies von der Rohe

  • Von Jesco Puluj
  • Veröffentlicht 17. Juni 2015
  • Tags
Eine wahre Berühmtheit der Architektur Ludwig Mies van der Rohe (Quelle: Wikimedia)

Eine wahre Berühmtheit der Architektur Ludwig Mies van der Rohe (Quelle: Wikimedia)

In unserer Reihe „Berühmtheiten der Architektur“ stellen wir vom ArchitektenScout Ihnen die Stars der Architekturszene vor: Architekten, Architektenbüros, außergewöhnliche Bauwerke — alles was das Architekten-Herz begehrt.

In unserem heutigen Artikel präsentieren wir Ihnen den berühmten deutsch-amerikanischen Architekten Ludwig Mies van der Rohe.

Ludwig Mies van der Rohe—der bedeutendste Architekt der Moderne?

1886 in Aachen als Maria Ludwig Michael Mies geboren, entwickelte sich van der Rohe zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu einem der bedeutendsten Architekten der Moderne. Seine Markenzeichen waren die großflächige Verglasung der Fassaden sowie die moderne Nutzung von stählernen Tragstrukturen. Mit diesem Stil inspirierte er auch die angesagten Architekten der damaligen Zeit und sorgte zudem mit seiner Architektur-Philosophie „Weniger ist mehr“ für Aufsehen.

Die Lehrjahre

Seine erste Begegnung mit der Baubranche hatte der junge Ludwig als Maurerlehrling bei einem Bauunternehmen, bevor er als Zeichner für Stuckornamente seine erste Anstellung fand. Zeichnen war schon an der Gewerbeschule eine seiner größten Begabungen gewesen und verhalf ihm zu seinem ersten Architekten-Job: er wurde Zeichner für einen Aachener Architekten und schon bald zog er nach Berlin um dort für John Martens und Bruno Paul zu arbeiten. In Berlin hatte er auch die Möglichkeit sich an den Kunsthochschulen weiterzubilden und endlich sein erstes eigenes Bauprojekt zu konzipieren: das 1907 entstandene Wohnhaus Haus Riehl in Babelsberg.

1908 wechselte er in Peter Behrens‘ Architektenbüro, wo er an Großprojekten seine Fähigkeiten weiterhin schulen konnte. Schon bald entwarf er er sein zweites Gebäude, wieder ein Wohnhaus, das Haus Perls, das in Berlin-Zehlendorf im neoklassizistischen Stil entstand.

Nach seiner Heirat mit Adele Bruhn 1913 eröffnete er sein eigenes Architekturbüro und widmete sich weiterhin den Entwürfen von Wohngebäuden. So entstanden eine Reihe klassischer Villen im Reformstil, etwa die bekannte „Chruchill-Villa“, eine Walmdachvilla in dem Winston Churchill während der Potsdamer Konferenz residierte.

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Architektur im Einklang mit der Natur – Architektenporträt Tadao Ando

Tadao Ando | CC © Christopher Shriner

Tadao Ando | CC © Christopher Shriner

Der japanische Architekt Tadao Ando ist zwar Pritzker-Preisträger, bewegt sich aber fernab des Verhaltens, das andere seines Standes an den Tag legen. Nichts Pompöses, betont Auffälliges oder Attidüdenhaftes prägt ihn und seine Architektur. Vielmehr ist es die stille Kommunikation seiner Bauten, die auf Menschen wirkt.

Hyogo Prefectur al Museum of Art | CC © 663 Highlander

Hyogo Prefectur al Museum of Art | CC © 663 Highlander

Ando versteht Architektur als vermittelndes Element. Sein favorisierter Baustoff ist feinster Sichtbeton – kein Material, dass selbst etwas Strahlendes besitzt. Erst der Entwurf des japanischen Architekten macht aus dem grauen Baustoff auf der gestalterischen Grundlage reiner Geometrie etwas Besonderes. Das Bewusstsein, mit dem Tadao Ando Licht und Schatten einsetzt, schafft ein Gefühl der Teilhabe am Genius loci. Andos ideale Architektur kommuniziert sein Gespür für den Dialog von Gegensätzen: Innen/Außen, Einfachheit/Komplexität, Abstraktes/Konkretes. Die Aufzählung lässt sich nahezu beliebig fortsetzen.

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Baustoff Beton: mehr als plump und grau

Beton ist der meistverwendete Baustoff der Welt. Die erste Assoziation sind oftmals zweckmäßige Mehrfamilienhäuser oder Elemente des Tiefbaus. Doch Beton ist mehr als ein fantasieloser Standard-Baustoff: Designer gestalten Möbel aus ihm, Sichtbeton kleidet die Wände anspruchsvoller Wohnungen und selbst ein ganzer Stil − der Brutalismus − wäre ohne den vielseitigen Baustoff undenkbar. Beton ist ferner wortwörtlich die Grundlage spannendster Architektur – er ist standard für Fundamente.

Materialität Beton

Was ehemals ein sehr einfaches 3-Stoff-System aus Zement, Wasser und Zuschlag war, ist heute sehr komplex. Der Baustoff lässt sich durch verschiedene Zusammensetzungen an die jeweiligen Bedürfnisse anpassen. Grundsätzlich ist er heute ein 6-Stoff-System, das aus Zement, Gesteinskörnung, Wasser, Zusatzmitteln, Zusatzstoffen und Luft besteht. Durch das Variieren ihrer Verhältnisse lassen sich unterschiedliche Eigenschaften erzielen.

Welche Eigenschaften machen den Baustoff Beton aus?

  • Schall- und Wärmedämmung
  • Flexible Einsatzfähigkeit
  • Beständigkeit und Robustheit
  • Natürliches Temperieren
  • Sehr hohe Haltbarkeit (S. Luftschutzbunker aus dem Zweiten Weltkrieg)
  • Hohes Maß an plastischer Formbarkeit

 

Hamburg Medienbunker

Hamburg Medienbunker | CC © GeorgHH

Klassifizierung von Beton

Die im Juli 2014 erschienene Betonnorm DIN EN 206 – Festlegung, Eigenschaften, Herstellung und Konformität legt Anforderungen für Beton fest. Diese gelten für den Einsatz in Ortbetonbauwerken, Bauwerken aus Fertigteilen und Fertigteilelementen für Gebäude und Ingenieurbauwerke. Die Betonnorm umfasst Normal- Schwer- und Leichtbeton.

Beton kann vielfältig eingesetzt werden. Gegliedert wird der Baustoff dabei nach folgenden Kriterien:

• Rohdichte
• Druckfestigkeit
• Verarbeitung
• Besondere Eigenschaften

Zur Verfügung stehen zahlreiche Betonarten. Im Folgenden sind beispielhaft einige wenige von ihnen aufgelistet:

• hochfester und ultrahochfester Beton
• säurebeständiger Beton
• Faserbeton (Stahlfaser, Glasfaser, Holzfaser)
• Leichtbeton
• selbstreinigender Beton

Besondere Betone

Um die Vielseitigkeit des Baustoffs Beton hervorzuheben, werden im folgenden einige Betonarten detaillierter vorgestellt.

Sichtbeton

Sichtbeton hat vielmehr eine ästhetische als eine konstruktive Funktion. Durch Schleifen und/oder Ölen kann der Baustoff einem Raum eine exklusive Anmutung verleihen. Er muss jedoch nicht immer glatt sein: Durch eine entsprechende Schalungsform kann den Oberflächen eine individuelle Optik verliehen werden. (s. u. Beispiel „Vorarlberg Museum“)

Faserbeton

In den Beton können verschiedene Fasern eingearbeitet werden, um spezielle mechanische Eigenschaften für besondere Anforderungen zu erhalten. Durch das Einarbeiten von Fasern verschiedener Materialität soll zudem die Zugfestigkeit des Betons verbessert werden. Durch den Zusatz von bspw. Glasfasern, Stahlfasern oder Kunststofffasern wird Rissen vorgebeugt.

Lichtbeton

Lichtdurchlässiger Beton entsteht durch das Hinzufügen von Glasfasern. Je mehr von ihnen verwendet werden, umso lichtdurchlässiger wird der Beton. Da ihr Anteil jedoch im Durchschnitt bei etwa 4 Prozent liegt, wird die Stabilität des Baustoffes nicht beeinträchtigt.

Ein beeindruckendes Beispiel ist die Lichtbetonfassade an der RWTH Aachen. Am Tage, ohne rückwärtige Beleuchtung, mutet die Fassade aus Beton von LUCEM wie Naturstein an. Bei Nacht ist eine eindrucksvolle mediale Bespielung möglich, die durch lichtleitende optische Fasern ermöglicht wird.

Lichtbeton LUCEM

Lichtbeton | © LUCEM

 

Fassade Lichtbeton | © LUCEM

Fassade Lichtbeton | © LUCEM

Leichtbeton

Dieser Beton hat ein Raumgewicht zwischen 800 und 2000 kg/m³. Das Beimischen von Gesteinskörnungen mit hoher Porosität ermöglicht solche Werte. Hierzu zählen sogenannte porige Leichtzuschläge wie Bims oder Blähton. Deren Luftanteil liegt bei bis zu 85 Prozent des Volumens von einem Korn. Leichtbeton hat sehr gute schall- und wärmedämmende Eigenschaften.

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