Kategorie Archive: Energie

Energetische Sanierung von Baudenkmalen

Baudenkmale sind Zeugen der Geschichte. Sie prägen das Gesicht unserer Städte und ihre Dauerhaftigkeit versetzt uns in Erstaunen. Die vom Zahn der Zeit gebogenen Linien und das uralte Holzfachwerk besitzen ganz besonderen Charme. Doch sentimentale Anmutung hin oder her: Wohnen möchte kaum jemand in einem Gebäude, das energetisch so wenig auf der Höhe der Zeit ist. Fenster mit Einfachverglasung oder ungedämmte Gebäudehüllen machen Denkmale als Wohnraum inakzeptabel. Neben dem mangelnden Komfort ist ein so großer Energieverlust schlichtweg teuer.

Baudenkmal Frechen | CC | © Tohma

Baudenkmal Frechen | Wikimedia Commons | © Tohma

Doch mit dem Abriss von Baudenkmalen ginge ein Stück Geschichte unwiederbringlich verloren. Um diesen Schritt zu vermeiden, engagieren sich Initiativen, die den Erhalt und die energetische Sanierung der alten Gebäude verfolgen. Zudem haben sich sowohl einige Architekten als auch Immobilienunternehmen auf den Sektor „Baudenkmal“ spezialisiert. Dass der Erhalt von Baudenkmalen von großem öffentlichen Interesse ist, belegt auch die besondere Fördermöglichkeit der KfW für ihre energetische Sanierung.

Was ist ein Baudenkmal?

Welches Gebäude als Baudenkmal gilt, ist in Gesetzestexten festgehalten. Die Denkmalschutzgesetze der Länder definieren Baudenkmale als Immobilien, an deren Erhalt ein öffentliches Interesse besteht. Dieses Interesse kann aufgrund architektonischer Merkmale gegeben sein, aber auch aus historischen, künstlerischen, wissenschaftlichen oder städtebaulichen Gründen. Wenn die zuständige Denkmalbehörde dieses Interesse feststellt, stellt sie das betreffende Baudenkmal unter Denkmalschutz. Dieser dient der dauerhaften Erhaltung des betreffenden Denkmals. (vgl. §2 Abs. 1 DSchG)

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Was ist ein Plusenergiehaus?

  • Von Jesco Puluj
  • Veröffentlicht 27. Mai 2015
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Plus-Energiehaus von Graft Architekten in Berlin-Zehlendorf

Plus-Energiehaus von Graft Architekten in Berlin-Zehlendorf

Wir vom Architektenscout  sind ständig auf der Suche nach interessanten Themen aus der Branche, damit wir Ihnen von den neusten Trends berichten können. Dabei stießen wir neulich auf ein Bauprojekt in Berlin Zehlendorf: Plusenergiehäuser aus Holz.

Erst kürzlich haben wir uns mit dem Thema Passivhaus beschäftigt und Ihnen davon berichtet, wieviel Energie ein Haus mit entsprechender Technologie sparen kann. Im heutigen Blogpost berichten wir davon, wie sich ein Plusenergiehaus von einem Passivhaus unterscheidet und was es mit dem Bauprojekt in Zehlendorf auf sich hat.

Das Plusenergiehaus

Ein Plusenergiehaus ist ein Haus, das mehr Energie gewinnt als es von externen Energiequellen wie Strom oder Gas bezieht. Obwohl der Begriff Plusenergiehaus als Marke geschützt ist, gibt es keine allgemeine Norm ab wann ein Plusenergiehaus auch als solches bezeichnet werden kann. Es ist etwa nicht klar festgeschrieben ob auch die Beleuchtung des Hauses Teil der Energiebilanz ist oder nur die Warmwasser und Beheizung.

Plusenergiehäuser gewinnen Energie vorwiegend über Photovoltaik- und Solaranlagen, im Gegensatz zum Passivhaus, bei dem kaum Wärme-Energie verwendet wird (wir berichteten). Allerdings hat das Plusenergiehaus im Gegensatz zum Passivhaus das Ziel kein CO2 in die Atmosphäre abzulassen. Plusenergiehäuser werden also nicht nur zu 100 Prozent mit regenerativen Energien versorgt sondern sind auch emissionsfrei. Allerdings haben Passivhäuser und Plus-Energiehäuser auch einiges gemeinsam. So sind Fenster und Glasfassaden dreifach verglast, die Gebäudehülle ist wärmebrückenfrei gedämmt und Frischluft wird ohne Wärmeverlust ausgetauscht.

Dementsprechend ist Absicht dieses Baustandards zum Klimaschutz beizutragen, da heutzutage ein hoher Anteil des Energieverbrauchs auf Bauen und Wohnen entfällt. So können solarbetriebene Häuser durchaus ein Modell für die Zukunft sein, da Gas, Öl und Kohle früher oder später aufgrund von Verknappung immens teuer sein werden und womöglich nicht ausreichen werden um die kommenden Generationen zu versorgen.

Anfang des Jahres haben wir auch vom Solaren Zehnkampf berichtet, einem Wettbewerb bei dem Architekturstudenten ihre Fähigkeiten im solaren Bauen beweisen müssen. Hier konnte die TU Darmstadt 2007 den Wettbewerb mit einem Plus-Energiehaus für sich entscheiden.

Kernstück der Plus-Energiehäuser ist die gebäudintegrierte Photovoltaik (GiPV), bei der Photovoltaikmodule in die Gebäudehülle integriert werden. Diese Gebäude-Element haben dabei nicht nur die Funktion Sonnenlicht in elektrische Energie umzuwandeln, sondern können auch viele andere Aufgaben erfüllen:

Zusätzlich Funktionen Gebäudeintegrierter Photovoltaik:

  • Lichtleitung und Lichtlenkung
  • Schalldämmung
  • Ästhetische Aufwertung des Gebäudes
  • Witterungsschutz
  • Wärmedämmung

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Das Passivhaus — eine Übersicht

  • Von Jesco Puluj
  • Veröffentlicht 19. Mai 2015
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Passivhaus (Foto Rob Harrison, Creative Commons)

Passivhaus (Foto Rob Harrison, Creative Commons)

Wenn Sie als Architekt beruflich tätig sind, kennen Sie sich mit den Grundeigenschaften eines Passivhauses bestimmt gut aus. Aufgrund der unaufhaltsamen Beliebtheit des energiesparsamen Bauens lohnt es sich dennoch, sich mit dem Thema noch genauer auseinanderzusetzen um auf die neusten Entwicklungen in diesem Bereich vorbereitet zu sein. Auch wenn immer noch vergleichsweise wenig Passivhäuser gebaut werden sind sie dennoch ein Paradebeispiel für Energie-Effizienz und bieten damit die Möglichkeit viel über nachhaltiges Bauen zu lernen. Wir vom ArchitektenScout haben uns deswegen mit dem Thema Passivhaus näher auseinandergesetzt und präsentieren Ihnen in diesem Artikel die Ergebnisse. Dabei beantworten wir folgende Fragen: Wann darf sich ein Passivhaus auch als solches bezeichnen? Was sind seine Grundeigenschaften? Wie unterscheidet sich die Wohnqualität zu herkömmlichen Häusern? Was sind die Kosten beim Bau und welche Kosten werden langfristig gespart? Wie kann man sich den Bau fördern lassen?

Die Passivhaus-Grundlagen

Unter einem Passivhaus versteht man ein Gebäude, das keine klassische Gebäudeheizung benötigt, da es besonders gut wärmegedämmt ist. Es wird deswegen „passiv“ genannt, weil ein Großteil der benötigten Wärme von passiven Wärmequellen wie Sonneneinstrahlung, Personen und technischen Geräten erzeugt wird. Ein Passivhaus ist demnach ein Baustandard, der in den verschiedensten Gebäudearten angewandt werden kann und auch durch Umbauten oder Sanierungen erreicht werden kann.

In Deutschland bestimmen die Kriterien des Passivhausinstituts Darmstadt, wann ein Passivhaus sich offiziell als ein solches bezeichnen darf. Die Grundkriterien sind hierbei:

  • Der Heizwärmebedarf darf 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr nicht überschreiten
  • Die Heizlast darf 10 W/m2 nicht überschreiten
  • Auch der Primärenergiebedarf, die Luftdichtheit und die minimale Wirkungsgrade dürfen bestimmte Grenzwerte nicht überschreiten

So funktioniert ein Passivhaus

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Schematische Aufbau Passivhaus (MartinThoma, Creative Commons)

Was das Passivhaus auszeichnet, ist die besondere Wärmedämmung von Wänden, Fenstern und Dach. Diese ermöglicht, dass die Wärme der „passiven“ Wärmequellen wie Bewohnern, Sonneneinstrahlung und elektronischen Geräten zu großen Teilen im Gebäude bleibt und damit ausreicht um die benötigte Wärme zu erzeugen.

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Smart Home – Was ist heute möglich?

Informations- und Kommunikationstechnologien sind maßgebliche Bestandteile unseres Alltags. Wer einen Zusammenhang zwischen Architektur und Digitalisierung herstellen möchte, denkt zunächst an modernste CAD-Programme und deren Möglichkeiten. Was jedoch bei diesen Gedankengängen regelmäßig viel zu kurz kommt, sind die Entwicklungen in den Bereichen Gebäudetechnik, Gebäudeautomation und Gebäudekommunikationstechnik. Diese technischen Errungenschaften lassen uns heute Häuser bewohnen, die vor wenigen Jahrzehnten bestenfalls Bestandteil utopischer Romane gewesen sind. Dass es eine Gebäudeautomation geben könne, die sich nicht nur an Bedürfnissen der Klimatechnik, sondern an denen menschlicher Bewohner orientiert, war nur schwerlich denkbar. Ebenso unvorstellbar war die planerische Entwicklungsrichtung, die Architekten heute einschlagen können. Es wird ihnen mithilfe der Gebäudeautomation und -kommunikation möglich sein – und ist es teils schon – Räume zu schaffen, die unsere Sinne auf einfachster Ebene ansprechen und berühren. Das „Internet der Dinge“ hat das menschliche Wohnumfeld erreicht.

 

Internet of things

Internet of things

Internet der Dinge. © macrovector, fotolia.de

Klima als raumgestaltendes Parameter

Funktionen der Gebäudeautomation, die mit Temperatur und Energie in Zusammenhang stehen, waren die Vorreiter des heutigen Smart Home – sie fanden jedoch keine Anwendung in Wohnhäusern, sondern in der Industrie. Damals wie heute dienen Heizungs- und Lüftungssteuerung in erster Linie dem Energiesparen: In einem weitestmöglich automatisierten Smart Home werden bis zu 30 Prozent Energie eingespart. Sensoren erfassen beispielsweise ein geöffnetes Fenster, während die Heizung in Betrieb ist – sie wird abgeschaltet. Wird das Fenster oder die Tür wieder geschlossen, nimmt auch der Heizkörper seinen Betrieb wieder auf. So wird einerseits Energie gespart und andererseits Komfort durch ein stets angenehmes Klima im Wohnraum geschaffen. Weiterhin können Bewohner − vergleichbar mit einer herkömmlichen Zeitschaltuhr − einstellen, wann welcher Raum beheizt werden soll. So ist morgens ein warmes Badezimmer ebenso möglich wie eine vorgeheizte Wohnung am Abend. Es ist sogar – je nach Programmierung der Haustechnik − möglich, seine Heizung von unterwegs via Smartphone zu steuern.

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Der Kostenvergleich von Heizungssystemen

Heizungsanlage

Heizungsanlage

(© Nomadsoul1/ depositphoto.com)

Was ist bei einem Kostenvergleich von Heizungssystemen zu beachten? Wir vom ArchitektenScout klären auf!

Welche Heizung kostet wie viel?

Wenn Sie in Ihrem Haus eine neue Heizung einbauen lassen wollen, ist die Frage nach der günstigsten Heizung wichtig. Die Kosten einer Heizung richten sich nach dem Wärmepreis, auch Wärmegestehungskosten genannt. Der Wärmepreis wird berechnet, in dem einfach die Annuität der Investition durch die jährliche Bereitstellung der Wärme geteilt wird. Bei diesen Kosten werden die gesamten Kosten, die durch den Einbau und den Betrieb eines Heizungssystems entstehen, auf die Kilowattstunden heruntergerechnet, so dass sich die einzelnen Heizungssysteme leichter miteinander vergleichen lassen.

Was ist in der Vollkostenrechnung für ein Heizungssystem enthalten?

1) Die verbrauchsgebundenen Kosten: Das ist die Menge an Holz, Strom, Öl oder Gas, die in die Heizung hineingesteckt werden müssen, damit aus dem Energieträger wirklich Wärmeenergie wird.
2) Die kapitalgebundenen Kosten: Damit sind alle die Kosten beziffert, die benötigt werden, die für die Heizung nötigen Geräte und die Verteilung der Wärme anfallen, wie beispielsweise Leitungsrohre, Fussbodenheizung oder Heizkörper.
3) Die betriebsgebundenen Kosten: Das sind alle Kosten, die ebenfalls für den Betrieb des Heizungssystems anfallen, aber nicht zur Wärmeerzeugung dienen, wie beispielsweise die Gebühr für den Schornsteinfeger, der Betriebsstrom für die Pumpen oder Kosten für die Wartung.

Förderung der Heizsysteme führt zur Reduzierung der Kosten

Für einzelne Heizsysteme gewährt der Staat eine Förderung, damit mehr umweltschonende Heizanlagen eingebaut werden können. Denn Heizsysteme, mit denen fossile Energien verbrannt werden, wie beispielsweise Öl oder Gas, sind im Verhältnis zwar in der Anschaffung günstiger, jedoch auf lange Sicht gesehen teurer, als die Heizsysteme, mit denen regenerative Energien genutzt werden. Neben dem staatlichen Förderprogrammen und denen der einzelnen Länder gibt es sowohl von den Kommunen, als auch von den Landkreisen oft Mittel, mit denen der Einbau einer neuen Heizung für Sie etwas günstiger wird: https://www.zukunftsheizen.de/energie-sparen/foerdermittel/foerdermittelsuche.html

Vergleich der Heizkosten

Dabei sollten Sie berücksichtigen, dass sich die einzelnen Heizsysteme nur dann miteinander vergleichen lassen, wenn festgelegt ist, wie das entsprechende Haus wirklich aussieht. Ein kleines Reihenhaus mit etwa 100 Quadratmetern an Wohnfläche hat andere Kosten für die Investition einer Heizung, als ein frei stehendes Einfamilienhaus, in dem 150 Quadratmeter beheizt werden sollen. Ausserdem spielt für den korrekten Vergleich der Heizsysteme neben der Lage des Hauses auch die Bauweise, die Fenster, die vorhandene Wärmedämmung, der Verbrauch an Warmwasser und die von den Bewohnern gewünschten Temperaturen in den einzelnen Räumen eine Rolle. Aus diesem Grund bezieht sich die Beispielrechnung auf ein Haus von 150 Quadratmetern: https://www.zukunftsheizen.de/energie-sparen/modernisierung/heizsysteme-im-kostenvergleich.html

Fazit Kostenvergleich

Wenn Sie einen Neubau errichten wollen oder einen Altbau sanieren, ist die Frage nach der richtigen Heizung eine wesentliche Frage: Schliefllich wollen Sie, dass es im Winter warm wird, ohne dass der Betrieb der Heizung zu teuer wird. Das ist auch der Grund, warum immer mehr Bauherren auf fossile Brennstoffe verzichten und lieber eine Pelletheizung oder ein anderes Heizsystem einbauen, das mit regenerativer Energie arbeitet. Eine Entscheidung für das eine oder das andere Heizsystem ist eine Entscheidung oft für mehr als 20 Jahre. Aus diesem Grund sollten Sie die gesamten Kosten für den Betrieb des Heizsystems betrachten und nicht nur die reinen Kosten für die Anschaffung.

Autor: Frank Biermann
Webseite: haustechnikblog.de
Twitter: @haustechblog

„Zehnkampf“ Solares Bauen

Wie Sie in zehn Disziplinen Ihr Sonnenhaus besonders marktfähig und energieeffizient gestalten

Streng genommen ist das solare Bauen kein Trend mehr, da es nun schon lange kein Geheimnis mehr ist, wie kostensparend und umweltfreundlich die Förderung von Solarenergie ist. Dennoch entwickelt sich die Solarindustrie schnell, weswegen es für Architekten und Bauherren wichtig ist, auf dem neusten Stand zu bleiben.

Dieser Artikel informiert Sie über die 10 „Königsdisziplinen“ des solaren Bauens um Sie dazu inspirieren, ein außergewöhnliches Bauprojekt zu schaffen.

 

Was ist solares Bauen?

 

Solares Bauen (auch Solar-Architektur genannt), bezeichnet jegliche bauplanerische Tätigkeiten bei der das entstehende Gebäude die Sonne als Energiequelle nutzen wird. Gründe für das solare Bauen sind das Senken des Heizenergie- und Kühlenergiebedarfs womit Kosten für externe Energiequellen gemildert und die Umwelt geschont wird. Ein Haus, das unter diesen Bedingungen entsteht wird Solar- oder Sonnenhaus genannt und sticht meist durch seinen ungewöhnlichen Baustil hervor. Dies liegt den besonderen Eigenschaften zugrunde, die Teil der solaren Energiegewinnung sind, wie etwa der Nutzung von riesigen Glasfassaden sowie Solarplatten auf dem Dach.

Als Pionier des solaren Bauens gilt der Schweizer Jose Jenni, der 1989 das erste voll mit Sonnenergie beheizte Wohnhaus Europas errichtete.

Ein Sonnenhaus am Ammersee (Foto: GrüneFraktionBayern)

sonnenhaus

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