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Keller im Eigenheim: Vergrabenes Geld?

  • Von Jesco Puluj
  • Veröffentlicht 14. November 2017
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Wie viel ist ein Keller wert?

Keller kosten mehr als die oberen Geschosse (zwischen 200 bis 400 Euro je Quadratmeter) und deutlich mehr als eine einfache Bodenplatte. Andererseits hält sich die hartnäckige Meinung künftiger Hausbesitzer, dass ein Haus ohne Keller eben kein Haus sei. Lohnen also die Mehrkosten für einen Keller? Welche Möglichkeiten bietet der Keller als „Raumwunder“ und wie viel ist dran an seinem Ruf, dunkel, muffig, kalt oder gar gruselig zu sein?

Was für einen Keller spricht

Zunächst bietet der Keller viel Stauraum. Das ist vorteilhaft bei einem eher kleinen Grundstück, weil der aktive Wohnbereich so nicht mit den mehr oder weniger typischen Kellerutensilien zugestellt werden muss. Im Keller kommt beispielsweise die Haustechnik unter. Dabei bleibt in der Regel auch noch genug Platz für die Waschmaschine und einen Trockner. Er kann aber auch als Heizungsraum und Brennstofflager dienen oder eher konservativ zum kühlen Lagern von Lebensmitteln wie Kartoffeln oder Obst gebraucht werden.


Bietet viel Platz für Ihre Sachen: Keller als Werkstatt und Hobbyraum

Der Keller bietet sich als Hobbyraum, Werkstatt, Heimsauna oder Partykeller an. Laut FAZ sei der Partyraum aber aus der Mode und weiche dem Home-Office. Der Keller wird also zum Arbeitsplatz oder auch zur vollwertigen Wohnung, die zur Miete angeboten werden kann, wie WELT berichtet. In jedem Fall bleibt Ihnen effektiv mehr Wohnfläche und der Marktwert des Hauses ist (so hört und liest man vielfach) deutlich höher als bei Häusern ohne Keller. Hierbei ist zu beachten, dass sich die geringeren Baukosten (ohne Keller) die Waage halten können mit dem Mehr am späteren Wiederverkaufswert. Diese und weitere, im Folgenden genannten Aspekte können gegen einen Keller sprechen.

Was gegen einen Keller (bzw. für einen Keller-Ersatzraum) spricht

Die Nutzung eines Kellers ist nicht zwingend oder irgendeiner Form vorgeschrieben. Sie können natürlich auch einfach eine Bodenplatte als Fundament einsetzen und ersparen sich den Mehraufwand für den Bodenaushub. Die Haustechnik und etwaige Anschlüsse müssten dann aber ebenerdig unterkommen, wofür mindestens ein weiterer Raum als Keller-Ersatz nötig wäre, z. B. ein Hauswirtschaftsraum (HWR).

Mehr Disziplin und weniger Aufbewahrungsstress

Ein Haus ohne Keller kann sich positiv auf Ihre Disziplin auswirken und Sie psychologisch erleichtern. Naturgemäß sammeln sich viele Sachen an, die Platz benötigen. Dafür müssen Sie kein krankhafter Messie sein. In Zeiten, in denen Minimalismus, Nachhaltigkeit und Autarkie wichtiger im Leben werden, überlegen Sie sich vielleicht dreimal, ob Sie etwas wirklich noch brauchen oder überhaupt anschaffen. Diese Einstellung kann sich positiv auf Ihr gesamtes Leben auswirken.

Mehr Wohnkomfort über dem Erdboden und besserer Zugang

Gegen einen Keller spricht außerdem, dass bei fehlenden Fenstern kein bzw. nur geringes Tageslicht eintritt, wenn Sie ihn nicht etwas über dem Erdboden als Hochkeller planen oder spezielle Lichtkanäle einsetzen. Bei der Nutzung als Wohnraum kann das Gefühl, unterirdisch zu wohnen, die Wohnqualität senken.


Der Hauswirtschaftsraum ebenerdig statt im Keller

Auch logistisch ist es sinnvoll, beispielsweise die Waschmaschine nahe der Schränke in den oberen Geschossen zu haben und den HWR auf Höhe des Schlafraums einzuplanen, da dort die Wäsche anfällt. Zudem kann ein ebenerdiger Wäscheraum besser belüftet werden als ein unterirdischer Keller.

Ähnlich verhält es sich mit der Werkstatt bzw. dem Hobbyraum, den Sie idealerweise neben Ihrer Garage (oder sehr nahe) bauen, um Bau- oder Reparaturarbeiten mit genug Raum effizient durchführen können. Das können Sie natürlich machen wie Sie wollen.

Geringere Kosten und weniger Sorgen

Die Baukosten sind wie erwähnt höher, weil u. a. kein Bodengutachten und -aushub anfallen. Die Kollegen der bauen.de-Redaktion machten Bezug nehmend auf Pro Keller e.V. ein Rechenbeispiel: Das Haus koste dabei 290.000 Euro ohne Boden. Für das Fundament (eine einfache Bodenplatte) sollten Sie dann mit Zusatzkosten von rund 20.000 Euro rechnen, während ein Hochkeller, der über dem Grundwasser liegt, mit etwa 50.000 € zu Buch schlage und ein Betonkeller im Grundwasser („weiße Wanne“) 67.000 Euro ausmache. Das Mehr an Nutzfläche würde also zwei- bis dreimal so viel kosten und der Bau mehr Zeit in Anspruch nehmen. Außerdem wirkt sich ein hoher Grundwasserspiegel zusätzlich auf die Kosten aus, weil die Kellerwand gegen eventuell drückendes Wasser geschützt werden muss. Das ist besonders in Hochwassergebieten zwingend. Feuchtigkeit und Schimmel treten ebenfalls häufiger im Keller auf.

Nicht zu verachten ist ein zusätzlicher Schallschutz an der Decke über dem Keller, wenn der Keller als Wohnraum dienen soll. Zusammen mit dem zu verlegenden Fußboden gilt es dann die vorgeschriebene „lichte Höhe“ des Kellerraumes zu beachten, die nach der jeweiligen Landesbauordnung des Bundeslandes unterschiedlich ausfällt.

Sinnvoll vorausplanen: Barrierefreiheit und Sicherheit im Alter

Der Gang in den Keller kann mühsam sein und vor allem im höheren Alter zur Herausforderung werden. Wenn Sie nicht bereits als junger Mensch an einen barrierefreien Zugang denken, erwartet Sie später eine ungeplante (und ungewollte) Zusatzinvestition in Form einer barrierefreien Treppe, z. B. mit Sitzautomatik.


Erhöhte Sicherheit und geringere Gefahr ohne Keller (und ohne Treppe), auch im höheren Alter

Als kellerloser und ebenerdig wohnender Hausbesitzer müssen Sie sich auch keine Gedanken über Fluchtwege machen, die bei der Kellernutzung als Wohnraum vonnöten wären. Auch ist es nicht nötig, dass Sie z. B. Gartengeräte, Fahrräder, Werkstattmaterial oder Speisevorräte über eine Kellertreppe transportieren müssen. Den Gang nach unten sparen Sie sich. Der Weg zum ersuchten Gegenstand wird dadurch einfacher und weniger gefährlich.

Möglichkeiten und Alternativen für den Kellerausbau

Beim Keller im klassischen Sinne wollen Sie in einem weiteren Raum jene Dinge unterbringen, die im aktiven Wohnbereich nicht zu sehen sein sollen. Er dient dabei als Erweiterung Ihres Wohnraums. Benötigen Sie selbst keinen Keller, weil Sie überirdische Keller-Ersatzräume geschaffen haben oder Sie alles gut unterbringen können, kann sich ein Keller als zusätzliche Mietwohnung (oder für pflegebedürftige Großeltern) lohnen. Die geltenden Mindestanforderungen an Wohnräume in Kellergeschossen sind dabei in der besagten Landesbauordnung Ihres Bundeslandes zu finden.


Das Dachgeschoss als Keller-Alternative mit Tageslicht

Ein Keller kommt für Sie nicht in Frage? Auf dem Grundstück ist kein Platz für ein Extra-Häuschen, aber Sie benötigen noch weiteren Stauraum? Bauen Sie in die Höhe bzw. nutzen Sie den bereits ausgebauten Dachboden als „neuen Keller“. Das schlägt zumindest der Haus Bau Blog vor und gibt weitere Tipps, existierenden Stauraum und Stellfläche zu optimieren.

Fazit: Lohnt sich ein Keller für Ihr Haus?

Ein Keller gehört nicht per se zu einem Haus sowie ein Drucker nicht selbstverständlich ist, wenn man einen Computer anschafft. Sicherlich bietet ein Keller viele Vorteile („unsichtbarer“ Stauraum, Vorratsraum, stiller Rückzugsort). Zu bedenken ist aber auch der Preis, den Sie nicht nur für den Bau bezahlen.

Gretchenfrage: Wann haben Sie genug Raum?

Aus diesem Grund ist die eigentliche Frage: Wie viel Platz benötigen Sie wirklich? Schauen Sie sich in den Häusern Ihrer Familie und Verwandtschaft um und begutachten Sie selbst, wie sinnvoll der Keller wirklich genutzt wird. Stellen Sie Fragen und leiten Sie Ihre eigenen Raumbedürfnisse daraus ab. Sicherlich ist mehr Raum schöner als weniger, aber ist er wirklich nötig?


Ein bisschen Grün und Ihr Eigenheim. Ist das genug?

Zudem ist die Wohnfläche immer relativ zur Grundstücksfläche zu betrachten, denn auf einem großzügigen Grundstück haben Sie mehr Freiraum für künftige Raumerweiterungen, ohne unterirdisch graben zu müssen. Den Wertverlust Ihres kellerlosen Hauses können Sie dann auch getrost ignorieren, wenn ein Hausverkauf für Sie nicht in Frage kommt (weil das Haus in der Familie bleiben soll) oder die Baukosten für einen Keller den zu erwartenden Wertgewinn Ihres Hauses nicht rechtfertigen würden. Zudem ist ein Haus ohne Keller technisch weniger anspruchsvoll und birgt weniger Komplikationen beim Bau.

Nicht Alt und gebrechlich, sondern fit und gesund

Ein Keller? Ja, bitte. Wenn Sie sich für einen Keller entscheiden, aber im Alter das Treppensteigen mühselig wird, können Sie sich perspektivisch auch jetzt schon fit halten. Es ist ja nicht gesagt, dass Sie im fortgeschrittenen Alter nicht mehr in der Lage sein werden, zu Fuß zu gehen. Es ist zudem nicht gesagt, dass man in der Mitte seines Lebens (50+) nicht auch noch Sport machen kann – je nachdem, was Ihr Körper noch hergibt. Insofern ist das nötige Treppensteigen zwar als Herausforderung ernst zu nehmen, aber eben kein Totschlagargument, das den Sinn eines Kellers vollkommen ad absurdum führt.

Der Rohkeller als goldener Mittelweg

Kein Schwarz-Weiß-Denken gilt auch beim Hausbau. Wenn Sie sich für den Ausbau eines vorhandenen Untergeschosses die Karten offen halten wollen, aber zunächst in keinen vollumfänglichen Keller investieren wollen, bauen Sie Ihren Keller in einer Rohversion. Der Raum wird dadurch schon bereitgestellt, nur können sie ihn noch nicht so nutzen wie einen fertigen Keller. Wann Sie den Keller dann bezugsfertig herrichten wollen, entscheiden Sie in der Zukunft – ganz ohne Zeitdruck, aber vermutlich mit mehr liquiden Mitteln

Ökobilanzierung von Gebäuden: Sinn und Zweck fürs Bauwesen und die Umwelt

  • Von Jesco Puluj
  • Veröffentlicht 18. Oktober 2017
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Die Herausforderung: Von Menschenhand geschaffene Konstruktionen mit einem geringen ökologischen „Fußabdruck“ versehen

Im Lebenszyklus (engl. life cycle) eines Gebäudes macht dessen Betrieb den größten Anteil am Energieverbrauch und Ausstoß von Emissionen aus. Dafür verantwortlich sind vor allem die Raumkonditionierung (Heizung, Kühlung, Lüftung, Beleuchtung) und Warmwasseraufbereitung. Um dem entgegenzuwirken, existieren seit den 1970er Jahren gesetzliche Vorgaben für den Energieverbrauch von Neubauten in der aktiven Nutzungsphase, z. B. die Wärmeschutzverordnung (seit 1976) und die Energieeinsparverordnung (seit 2002).

Erschwerend kommt aber hinzu, dass laut Dipl.-Ing. Joost Hartwig (TU Darmstadt) mehr als zwei Drittel der Gebäude in Deutschland vor 1979 errichtet wurden und nicht einmal die Vorgaben der ersten Wärmeschutzverordnung erfüllen würden. Zugleich ist die Neubauquote in Deutschland gering, weshalb es mehrere Jahrzehnte dauern werde, bis alle Bestandsgebäude mit viel Bedarf an Heizwärme auf eine energieeffiziente Funktionsweise optimiert würden.

 


Die Sektorziele der Bundesregierung im Klimaschutzplan 2050. Quelle: BMUB

Gemäß Klimaschutzplan 2050 sieht die Bundesregierung im „Fahrplan für einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand“ vor, dass bis 2030 eine Emissionsminderung um zwei Drittel (gegenüber 1990) vollzogen werden soll. „Das wird über anspruchsvolle Neubaustandards, langfristige Sanierungsstrategien und die schrittweise Abkehr von fossilen Heizungssystemen geschehen.“, meint das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (2017).

Weil nur der Neubau das Umweltproblem also nicht lösen wird, nimmt die energetische Sanierung der Bestandsgebäude einen wichtigen Stellenwert ein. Zur Analyse der zu erwartenden Umweltauswirkungen während der Lebenszeit eines Gebäudes dient die sogenannte Ökobilanzierung.

Was umfasst die Ökobilanz?

Die Ökobilanz analysiert den gesamten Lebensweg eines Produktes oder Serviceangebots. Sie kann auch für die (ökologische) Untersuchung von Verfahren und Prozessen angewendet werden, was auch getan wird. Hierbei soll es aber um den Lebenszyklus-Analyse eines Gebäudes gehen. Gebräuchlich ist dafür auch die englische Bezeichnung „Life Cycle Assessment“ (kurz: LCA). Dazu betrachtet man alle Abschnitte der Existenz eines Gebäudes, von der „Wiege“ bis zur „Bahre“:

  1. Rohstoffgewinnung
  2. Herstellung der Gebäudekonstruktion
  3. Verarbeitung
  4. Transport
  5. Betrieb (Nutzung bzw. Nachnutzung)
  6. Abriss
  7. Entsorgung

Aus der Bilanz können dann beispielsweise Schritte zur Optimierung der Herstellungs-, Nutzungs- und Entsorgungsprozesse abgeleitet werden. Wie umfangreich diese Optimierung vollzogen wird, hängt von der tatsächlich erstellten Ökobilanz ab. Denn auch nur die Teilbetrachtung eines Abschnittes, beispielsweise die Herstellung des Produkts bis vor die Werkstore, kann Gegenstand der Betrachtung sein.

Richtet man sich nach der ISO-Norm 14040 umfasst eine vollständige Ökobilanz diese vier Teile:

  1. Festlegung von Ziel und Untersuchungsrahmen
  2. Sachbilanz
  3. Wirkungsabschätzung
  4. Auswertung

Gemeinsam mit der ISO 14044 bildet sie den Standard für eine ISO-konforme Ökobilanzierung in Deutschland.


Lebenszyklus und Ökoanalyse eines Produkts, Prozesses oder einer Aktivität. Quelle: Wikimedia. Autor: Gohhong. Lizenz: CC BY-SA 3.0

Zudem hat die Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) weitere Festlegungen definiert, die sich speziell auf die Ökobilanzierung von Gebäuden beziehen und unterschiedliche Gebäude direkt vergleichbar macht. Derlei Kriterien sind u. a. die Nutzungsdauer des Gebäudes (50 Jahre) oder die eingesetzten Bauteile.

Ziel und Untersuchungsrahmen

Wofür möchten Sie die Ökobilanz verwenden und was bezwecken Sie damit? Diese Fragen beantworten Sie im ersten Schritt, den Sie bitte mit der nötigen Sorgfalt begehen, da er alle weiteren Entscheidungen beeinflusst.

Danach legen Sie den Nutzen und die Funktionen des Produktes (Gebäudes) fest und definieren dessen grundsätzlichen Lebensweg (von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung). Berücksichtigen Sie ebenfalls Wechselbeziehungen mit anderen Stoffen und halten Sie Annahmen und Einschränkungen fest. Über Ausschlusskriterien beschreiben Sie außerdem, welche Prozessmodule zum Lebensweg des Produkts gehören. Man spricht hier auch von der Definition einer „funktionellen Einheit“. Mithilfe dieser Einheit sind Sie später in der Lage, dessen Umweltwirkungen ganz genau zu betrachten.

Sachbilanz

Im zweiten Schritt werden sämtliche Stoff- und Energieströme dargestellt, die das Produkt im gesamten Zyklus durchlebt. Gemeint sind Ströme, die in das System eingehen (Input) oder es verlassen (Output). Das sind z. B. Ressourcen, Energie, aber auch Emissionen aus der Luft, dem Wasser, dem Boden oder Abfälle.

Wirkungsabschätzung

Die Daten aus der Sachbilanz werden nun den Umweltwirkungen (geordnet nach Wirkungskategorien) zugewiesen. Jene Wirkungskategorien können beispielsweise sein:

  • der Primärenergiebedarf aus erneuerbaren Energien
  • das Treibhaus-, Versauerungs- oder Ozonabbaupotenzial

Mithilfe eines Software-Tools (siehe nachfolgender Abschnitt) kann der Computer nun die zu erwartenden Umwelteinwirkungen auf das Produkt, also die in Schritt 1 erstellte funktionelle Einheit, berechnen.

Auswertung

Abschließend werden die für das Ergebnis relevanten Parameter (z. B. einzelne Abschnitte im Lebensweg oder Wirkungskategorien) identifiziert. Außerdem folgt die Konsistenz-, Vollständigkeits- und Sensitivitätsanalyse.

Aus den Ergebnissen der Sachbilanz und Wirkungsabschätzung können dann Schlussfolgerungen und Empfehlungen in einem Bericht ausgesprochen werden, die sich an den definierten Zielsetzungen orientieren. Wie die Bewertung ausfällt, ist stark subjektiv, je nachdem wie Sie einzelne Umweltauswirkungen (z. B. das Treibhauspotenzial im Vergleich zum Ozonabbaupotenzial) gewichten.

Wie erstelle ich selbst eine Ökobilanz und was kann ich damit anfangen?

Wenn Sie wissen möchten, zu welchem Anteil Ihr Gebäude am Treibhauseffekt, Ozonloch, Smog oder sauren Regen beteiligt ist, hilft die Betrachtung des Gesamtzyklus – von der Geburt bis zum Ableben des Gebäudes – sowie die eingesetzte Energie während der Nutzung.

Diese ökologischen Kriterien können Sie als Bauplaner, Architekt, Bauherr oder fachlich Interessierter für ein Gebäude besser einschätzen, indem sie das Ökobilanz-Tool „eLCA“ einsetzen. Das Tool orientiert sich am am Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) und wurde vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) erstellt. Die Grundlage der Datensätze bildet die Online-Baustoffdatenbank ÖKOBAUDAT der Bundesregierung. Die zurzeit als Beta-Version erhältliche Software ist für jedermann zugänglich. Einen Einblick gewährt Ihnen Stephan Rössig in separat zur Verfügung gestellten eLCA-Videos bei YouTube. Herr Rössig arbeitet für das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) und ist an der technischen Entwicklung von eLCA beteiligt.


Die ÖKOBAUDAT als zentrale Datengrundlage für die Öko-Auswertung mittels eLCA. Quelle: BMUB

Alternativ bietet die Firma HOINKA GmbH mit Sitz in Sindelfingen ein zunächst kostenloses „Online-Tool für die Ökobilanzierung von Gebäuden“. Die Software ist ebenfalls an die ÖKOBAUDAT-Schnittstelle angebunden und erstellt Ökobilanzen für DGNB-, LEED- und BREEAM-Projekte.

Zwar spezifiziert weder ISO 14040 noch ISO 14044 genaue Anwendungen nach der Ökobilanzierung, dennoch können Sie die Ergebnisse Ihrer erfolgten Ökobilanz anschließend beispielsweise in der erwähnten Datenbank ÖKOBAUDAT oder in sogenannten Umwelt-Produktdeklarationen (EPDs) veröffentlichen.

Fazit: Der Sinn von Ökobilanzen im Bauwesen

Die Ergebnisse aus den Ökobilanzen liefern wichtige Daten für die ökologische Bewertung von Gebäuden und zeigen inwiefern sich ein Gebäude auf die Umwelt auswirkt. Dies lässt sich durch Energie- und Stoffströme beschreiben, die während des gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes und der darin verbauten Baustoffe entstehen. Zusammen mit der Baustoffdatenbank ÖKOBAUDAT, in der die Ökobilanzdaten der einzelnen darin enthaltenen Bauprodukte gespeichert sind, kann so die ökologische Analyse und Bilanz eines Bauwerkes vollzogen werden.

Für den Austausch der Ökobilanzen innerhalb der Baubranche haben sich EPDs als Kommunikationsinstrument etabliert. Die Daten sind so aufbereitet, dass sie für die Analyse auf Gebäudeebene herhalten und transparent miteinander geteilt werden können.

Friedensreich Hundertwasser: Ein genialer und zugleich umstrittener Architekt

  • Von Jesco Puluj
  • Veröffentlicht 13. September 2017
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Ein Kitschier, ein „Behübscher“, ein Muntermacher sei er gewesen, dieser Friedensreich Hundertwasser. Doch wer war der streitbare Künstler und Architekt wirklich?

Wer war der Architekt Friedensreich Hundertwasser?

Friedensreich Hundertwasser wurde am 15. Dezember 1928 in Wien geboren. Sein bürgerlicher Name lautete Friedrich Stowasser. In slawischen Sprachen bedeutet „sto“ auf Deutsch übersetzt „hundert“, woraus sich sein Künstlername, der vollständig Friedensreich Regentag Dunkelbunt Hundertwasser lautete, ergab. Der im Jahr 2000 verstorbene österreichische Künstler und Architekt war dafür bekannt, mit seinen (architektonischen) Werken zu polarisieren. Er galt Zeit seines Lebens als ein Gegner jeglicher Standardisierung und der geraden Linie. So zeichnen sich seine Arbeiten im Bereich der Architektur durch Individualität und eine verspielte und fantasievolle Lebendigkeit aus.

Ein streitbarer Visionär

Zwiebeltürme in den verschiedensten Farben waren eines der architektonischen Markenzeichen von Friedensreich Hundertwasser. Während beinahe alle renommierten Architekten bis heute die zum Teil absurd gekurvten Formen von Hundertwasser ablehnen, genießen doch gerade diese bei einem Großteil der Bevölkerung enorme Popularität. So haben die architektonischen Werke für den Architekten Rob Krier aus Luxemburg lediglich „Wald- und Wiesen-, wenn nicht Schrebergartenqualität“ – auch wenn sie noch so heimelig und nett anzusehen seien.

Wie man sieht: Friedensreich Hundertwasser polarisierte gerne und erfolgreich. Um seine eigenwilligen architektonischen Ansichten zu rechtfertigen, sei an dieser Stelle zu seiner Verteidigung gesagt: Er selbst bezeichnete die Benutzung eines Lineals in der Architektur als Verbrechen. Nichts anderes war in seinem im Jahr 1958 veröffentlichten „Verschimmelungsmanifest gegen den Rationalismus in der Architektur“ zu lesen. Für ihn waren gerade Linien unmoralisch und gottlos. Eine gerade Linie sei nicht schöpferisch, sondern real produktiv. Hundertwasser formulierte wörtlich: „In ihr wohnt weniger Gott und menschlicher Geist, als vielmehr die bequemheitslüsterne, gehirnlose Massenameise“.

Dieser eigenen Aussage blieb er bis zu seinem Tod in all seinen architektonischen Werken treu.

Beispiele für die Architektur von Friedensreich Hundertwasser

Insgesamt gehen etwa 40 Bauwerke auf das Konto des Architekten Friedensreich Hundertwasser, die rund um den Globus verteilt sind. So befinden sich Bauwerke aus der Feder von Hundertwasser nicht nur in Deutschland oder Österreich, sondern auch im fernen Israel, Japan, den USA, der Schweiz und sogar Neuseeland. Die von ihm erschaffenen Häuser werden im Volksmund gerne auch als „Hundertwasserhaus“ bezeichnet. Allen Häusern gemeinsam sind asymmetrische Formen sowie eine bunte Fassade. Auch eine Begrünung setzte er bei vielen Bauwerken um und schuf damit kleine Naturoasen mitten in grauen Stadtzentren.

Vorwiegend war Friedensreich Hundertwasser kein Architekt, sondern Maler. Dennoch interessierte er sich seit den 1950er Jahren für Architektur. Sein Credo war eine menschen- und naturgerechte Bauweise. Anonyme Plattenbausiedlungen waren ihm ein Dorn im Auge. Als Gegenentwurf hierzu entwarf er in den 1970er Jahren erstmals architektonische Modelle. Sein Interesse an Architektur brachte ihm Anfang der 1980er Jahre einen ersten Auftrag von Seiten der Stadt Wien ein. Die Umsetzung dieser Wohnhausanlage sollte nicht nur ein Meilenstein im Leben von Friedensreich Hundertwasser werden, sondern ebenso ein Meilenstein für die Architektur der damaligen Zeit.

Das Hundertwasserhaus in Wien: Der Durchbruch als Architekt

 

Diese Wohnhausanlage der Gemeinde Wien befindet sich im 3. Wiener Gemeindebezirk an der Ecke Kegelgasse 34-38 und Löwengasse 41-43. Das gesamte Gebäude besticht bereits von weitem aufgrund seiner bunten Fassade und der üppigen Vegetation auf dem Dach. Tatsächlich wurden während der Bauzeit zwischen 1983 und 1985 etwa 250 Sträucher und Bäume auf dem Dach der Anlage gepflanzt. Heute, also etwa 30 Jahre später, sind diese zu stattlichen Bäumen herangewachsen und bilden einen echten Park auf den Dächern der Anlage.

Optisch folgt das gesamte Anwesen nicht den damals und heute üblichen Normen der Architektur. Erschaffen wurde diese Anlage zwar von Friedensreich Hundertwasser, die Vorbilder hierfür sind jedoch deutlich ablesbar. So ließ sich der Architekt Hundertwasser unter anderem von Antoni Gaudi inspirieren.

Im Haus selbst sind vier Geschäftslokale und 52 Wohnungen sowie drei gemeinschaftliche und 16 private Dachterrassen untergebracht. Alle Wohnungen und Geschäftslokale sind bis heute bewohnt bzw. vermietet.

Das ungewöhnliche und bunte Haus zog weltweit ein enormes Medienecho nach sich. Nicht nur aufgrund seiner bunten Fassade, sondern auch durch die unebenen Böden in den Gangbereichen sowie die üppige Begrünung ist dies sicherlich auch nicht weiter verwunderlich. Bis heute zählt dieses Hundertwasserhaus zu den am meisten fotografierten touristischen Sehenswürdigkeiten in Wien.

Die Wald-Spirale von Darmstadt

Eines der letzten architektonischen Werke von Friedensreich Hundertwasser befindet sich im Bürgerparkviertel, in der Friedberger Straße / Bad Nauheimer Straße in Darmstadt. Hundertwasser wurde vom Bauverein Darmstadt damit beauftragt, ein Gebäude mit über 100 Wohneinheiten im Bürgerparkviertel zu entwerfen. Hundertwasser bebaute das Grundstück in einer bewaldeten und ansteigenden Form, die an eine Spirale erinnert. Besonders markant an dem Gebäude ist ein über 40 Meter hoher Turm, der zwölf Stockwerke beinhaltet. Die bunten Fassaden sah Friedensreich Hundertwasser als Metapher für die Sedimente der Erde, die sich im Laufe von mehreren Millionen Jahren gebildet haben.

Die Waldspriale, Quelle: Wikimedia, Autor: Heidas, Lizenz: CC 3.0

 

Porträt von Hundertwasser von Hannes Grobe

Die Zukunft im Hochhausbau: Holz und Hybrid?

  • Von Jesco Puluj
  • Veröffentlicht 31. August 2017
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Im Kern Stahlbeton und viel Holz hinter der Fassade. Quelle: Wikimedia, Autor: Asurnipal, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Holz liegt im Trend. Der natürlich wachsende Rohstoff verspricht, dem schrumpfenden Wohnraum in Deutschland Einhalt zu gebieten und gleichzeitig die ökologische Bilanz zu verbessern.
Besonders in den Metropolregion gibt es nicht genug Wohnungen. Die Folge: Es wird mehr neu gebaut. Im aktuellen Bauboom ist eine erhöhte Zahl der Baugenehmigungen zu verzeichnen, wobei etwa 16 Prozent der Wohngebäude, also Ein- oder Zweifamilienhäuser, vorwiegend aus Holz bestehen – mit steigender Tendenz.

Die Herausforderungen liegen nun einerseits darin, die Nachfrage für neuen Wohnraum zu decken und andererseits, die Schädigung der Umwelt beim Bauen zu reduzieren. Immerhin macht das Bauwesen etwa 40 Prozent des Energieverbrauchs und mehr als ein Drittel der gesamten Kohlendioxidemissionen aus. Ein Dilemma, dem die Holz- und Hybridbauweise (auch für Hochhäuser) entgegenwirken kann.

Vorläufer eines Holzhochhauses gab es schon im Mittelalter

Der Holzbau größerer Werke fand bereits vor einigen Jahrhunderten statt. Das im Jahre 1260 erstmalig urkundlich erwähnte Augsburger Rathaus wurde in Holzbauweise errichtet. Nach einem Brand 30 Jahre später wurde es 1385 aus Stein wiederaufgebaut und erfuhr mehrfache Erweiterungen. Bei seiner Fertigstellung wurde es als weltweit einziges bestehendes Gebäude betrachtet, das mehr als sechs Stockwerke umfasste und mit 57 Metern für über 200 Jahre das höchste nicht sakrale Gebäude der Welt darstellte. Es galt damit auch als „erstes Hochhaus Europas“, das zumindest vor dem Brand aus Holz gebaut wurde. Dass aber der Holzbau von damals mit dem von heute relativ wenig zu tun hat und u. a. der Brandschutz deshalb anders betrachtet werden muss, erfahren Sie nachfolgend.

Warum Holz und der Holzbau so wichtig ist

Holz ist als Baustoff relativ günstig, formbar und leicht. Er kann zum großen Teil vorgefertigt werden, wodurch er vor Ort nur noch zusammengebaut werden muss. Das ist sehr wirtschaftlich und ein Grund, warum Holz z. B. bei großen Hallenkonstruktionen beliebt ist. Dabei kommen teils riesige Holzgebäude wie Messehallen, Turnhallen und Produktionshallen zustande. Nun erobert der Holzbau auch die großen Höhen, jenseits von vier bis fünf Stockwerken.

Niedriger Energieverbrauch und Öko-Behausung für Milliarden von Menschen

Der Bau von Holzhäusern ist weniger energieaufwändig als der Neubau von Stahl- und Betonbauten. Gleichzeitig speichert Holz große Mengen an Kohlendioxid. Das ist besonders deshalb interessant, weil es laut zentraler Erkenntnisse der UN (in der 2017 Revision of World Population Prospects“) weltweit gesehen bis 2050 knapp 10 Milliarden Menschen geben wird. Das entspräche einem Wachstum von mehr als einer Milliarde Menschen im 13-Jahres-Rhythmus. Zum Vergleich: Für Deutschland hat das Forschungsinstitut „Population Reference Bureau“ aus Washington einen Rückgang der Bevölkerungszahl von 82 auf knapp 72 Millionen Menschen vorausgesagt.

Holzbau erfordert globales Denken und lokales Handeln

Der Holzbau und damit auch der Export von Holzbau-Know-how ist also vor allem global zu sehen, was angesichts der stärker vernetzten Welt immer selbstverständlicher wird. Ferner heißt es, global zu denken, wenn man den zuvor erwähnten Wohnraumbedarf in den nächsten 30 Jahren betrachtet, der auf die klima- und menschenbedingt sich verändernden Umweltbedingungen („Klimawandel“) und die Ressourcenknappheit, wie bei Erdöl, trifft.

 

Das Holzwohnhaus E3 in Berlin nach der Fertigstellung 2008. Quelle: Wikimedia, Autor: Standardizer, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Holz ist eine Alternative zu Stahl und Beton, weil es ein dank der Sonne nachwachsender Rohstoff ist und ein Holzbauwerk (Holzspielzeug oder Möbelstück) das Kohlendioxid dauerhaft bindet und konserviert. Würde der Baum eines natürlichen Todes sterben und auf den Waldboden fallen, gäbe er das Kohlendioxid zurück an die Atmosphäre oder den Boden. Auch bei den leider immer häufiger auftretenden Waldbränden (ebenfalls klimabedingt oder von Menschenhand entfacht) wird immer Kohlendioxid freigesetzt. Bevor das Holz des Baumes also eines natürlichen oder unfreiwilligen Todes stirbt, sollte es genutzt werden, denn ein Kubikmeter Holz ist in der Lage, eine Tonne Kohlendioxid an sich zu binden.

Emissionen verringern und Kohlenstoff speichern

Ein Schritt zur Lösung des weltweiten Klimaproblems ist Holz und der Holzbau, weil wir damit die Emissionen beim Bauen verringern und mit dem fertigen Holzhaus einen natürlichen Speicher finden. Die Biomasse und Böden der nachhaltig bewirtschafteten deutschen Wälder speichern 1,2 Milliarden Tonnen Kohlenstoff. Dies sei laut FAZ ein Spitzenwert in Europa und würde bei einer weiteren Verbreitung des Materials die Kapazitäten vergrößern und Hauswände zu „langlebigen Kohlenstoffspeichern“ machen. Als fürs Klima relevantes Gas macht Kohlenstoff fast 90 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen aus. Erfreulich sind es deshalb entsprechende Initiativen wie die des Bundes, in der statt Erdölförderung auf Biomasse gesetzt wird.

Behausungen für Menschen in städtischen Slums finden

Nicht nur die Gesamtbevölkerung wächst, sondern auch die Zahl der Menschen, die in Slums leben oder gar obdachlos sind. Gemäß der Vereinten Nationen lebt „weltweit mehr als eine Milliarde Menschen in Slums“, allein in Afrika rund 200 Millionen, in Asien sogar rund 500 Millionen. Auch werde sich der Zuwachs der Weltbevölkerung maßgeblich in den städtischen Slums vollziehen, wobei sich laut Bundesregierung „die Anzahl der Slumbewohner bis 2050 auf drei Milliarden Menschen verdreifachen“ wird.

Nicht nur wohlig-warm und schön anzusehen

Ohne Frage hat Holz dank seiner Wärme, Optik und Haptik besondere Eigenschaften, die sich in der Ästhetik und dem allgemeinen Wohlgefühl im Raum bemerkbar machen. Viel deutlicher sollte aber werden, dass der Holzbau die globale Klima- und Bevölkerungsrechnung ins Visier nimmt. Der Einsatz von Holz macht klar, wie tiefgreifend die konsequente Nutzung und Förderung eines Baustoffes sein kann. Dennoch bedeutet mehr Holzbau nicht automatisch, dass wir mit weniger Umweltproblemen (für die Natur und uns Menschen) zu tun haben werden.

Die Herausforderung des Abholzens

Holz ist nicht endlich, aber es kann angebaut werden und neu wachsen. Insofern ist das Abholzen selbst nicht das Problem, sondern, wie Architekt Michael Green sagt, dass weltweit 18 Prozent der Treibhausemissionen auf Abholzung zurückführen seien (Stand: 2013). Mangels alternativer Baustoffe mit Eigenschaften von Holz werden die durch Abholzung verursachten Emissionen kurz- und mittelfristig wohl nicht zu erniedrigen sein. Der Fokus sollte also auf der Wahl Bäume sein. In einem Beispiel aus Nordamerika erwähnt Green, dass in 13 Minuten genug Holz für ein 20-geschossiges Gebäude angebaut werden würde. Doch welche Bäume können wir fällen? Es sollte sich um Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft handeln, dessen Ursprung bekannt ist. Zudem sollten die Bäume nicht illegal zu Fall gebracht worden sein. Ein gewisses „Reinheitsgebot“ für Holzbaustoff wäre hierbei wünschenswert, um auch die Nutzung von sogenannten Holz-Kompositbaustoffen unbekannter Herkunft mit teils gesundheitsgefährdenden Klebemitteln zu verhindern. Die Zusammenarbeit von Industrie und Forstwissenschaft ist also gefragt.

Hybridbau: Es muss nicht reines Holz sein

Zudem erfreuen sich die Hybride aus Holz und einem klassischen Baustoff wie Stahl, Stein, Beton und Glas großer Beliebtheit. Sie zeigen, dass es nicht pures Holz sein muss. Tragende Holzkonstruktion wie die des Elefantenhauses im Zürcher Zoo sehen spektakulär aus und sorgen auch für Stabilität. Die Zwischenräume sind durch Glasflächen bedeckt und liefern genug Transparenz.

Holzhochhaus H8 in Bad Aibling. Quelle: Wikimedia, Autor: Y.Hilinci, Lizenz: CC-BY 4.0

Für diese Form des Hybridbaus haben sich auch die Entwickler des River Beech Tower entschieden, das in Chicago gebaut werden soll. Das zur Zeit in der Planungsphase befindliche Großprojekt soll auf 244 Metern, direkt am Chicago River gelegen, 80 Stockwerke unterbringen. Gemäß der Entwürfe ist das Holz zwar deutlich sichtbar, aber innen und außen verglast. Der Außenschutz aus Glas dürfte dem Schutz des Holzes vor der Witterung im Chicagoer Klima geschuldet sein.

Das Projekt ist insofern interessant, da Holzbauten in Chicago (und international) nicht über fünf Stockwerke hinausragen dürfen. Die eher geringe Höhe gewährleistet, dass die Gesamthöhe des Gebäudes im Brandfall von einer Feuerwehrleiter erreicht werden kann. Gesetzliche Regelungen sorgen damit für Schutz und behindern aber andererseits die kreativen Vorstöße der zeitgenössischen Architekten.

Herausforderung: Bauvorschriften

Die Baugesetze hinken der Realität in Wirtschaft, Technologie und Wissenschaft stark hinterher. International beschränken sie den Holzbau auf 4-5 Stockwerke. Ausnahmen gab es bisher nur bei der ersten Generation von Holz-Hybrid-Hochhäusern wie dem in Dornbirn (Österreich) stehenden und 27 Meter hohen LifeCycle-Tower. Dabei kamen Mischungen aus Stahlbeton und Holz-Beton-Verbundstoffen zum Einsatz, die Ausnahmeregelungen möglich machten. In Deutschland wurden die ersten Holz-Hochhäuser 2008 in Berlin (E3) und 2011 in Bad Aibling (H8) errichtet, mit je 25 Meter Höhe.

Das bisher höchste Holzbauwerk, das Studentenwohnheim „UBC Brock Commons“ in Vancouver, misst 53 Meter. Ablösen wird diesen Rekord wohl Ende 2018 das Wiener „HoHo“ mit 84 Metern und anschließend der für London geplante Oakwood Tower mit 300 Metern, der auch Londons zweithöchste Gebäude wäre. Insofern wird es interessant, wie sich die Bauvorschriften den Gegebenheiten und immer höheren Bestrebungen der Bauherren anpassen werden.

Auch in Deutschland wird weiter geforscht und entwickelt; in einem interdisziplinären „Verbund für Forschung und Lehre zum Material Holz“ mit dem Projekt „TUM.wood“ an der Technischen Universität München. Ziel ist vor allem, das Potenzial von Holz stärker nutzen zu lernen und den verantwortungsbewussten Umgang mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen auf der Erde zu fördern. Dabei werden die „technischen, architektonischen, ökologischen und ökonomischen Möglichkeiten des wichtigsten nachwachsenden Rohstoffes entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Entstehung im Wald über die Holzernte und Verarbeitung, von der Anwendung im Bauwesen bis hin zu Recycling-Strategien – untersucht […] bis zur Entwicklung materialgerechter Gebäudetypologien zeitgemäßer Holzarchitektur.“

Risiko: Brandschutz

Der Einsatz von Hybriden aus Holz und Stahlbeton kann sich positiv auf die Brennbarkeit des Bauwerks auswirken, denn weniger Holz heißt, dass das Gebäude weniger schnell Feuer fängt, richtig? Stimmt. Nichtsdestotrotz ist Holz mittlerweile ein High-Tech-Erzeugnis geworden, das nicht mehr nur die Sehnsucht in die Natur ausdrückt, sondern auch die großen Probleme der Welt angeht und immer weiter erforscht wird, wie das eben genannte TUM.wood als Beispiel deutlich macht.

Anders als vielleicht vermutet hält Holz besser als Stahl einem Feuer stand und brennt weniger schnell ab. Wenn Sie sich an Ihr letztes Lagerfeuer erinnern, wissen Sie, dass ein kleines Feuerchen keinen Baumstamm anzünden kann. Erst der längere Kontakt mit mehreren, größer werdenden Holzstücken wirkt sich mit der Zeit auf den Baumstamm aus. Aber selbst dann brennt er nur langsam. Mit einem Bretterstapel für eine Holzkonstruktion verhält es sich ähnlich. Er ist schwer entflammbar. Wenn er dann doch brennt, ist die Geschwindigkeit sowie die Art und Weise, wie er brennt, berechenbar und mit dem unserem aktuellen Wissen zum Brandschutz auch vorhersagbar. Das kann laut Spiegel auch der Berliner Architekt Tom Kaden bestätigen. Er hatte das besagte siebenstöckige Holzwohnhaus „E3“ in Berlin Prenzlauer Berg gebaut. Ausgerechnet die Feuerwehr hätte sich für das Konzept ausgesprochen. „Die wissen, dass Stützen aus Holz einem Brand länger standhalten als Stahl.“, meint Kaden. Holz sei zwar schneller entzündlich, aber die Abbrennrate sei besser berechenbar. Selbst verkohlte Balken würden noch einiges halten können, wenn Stahl schon längst geschmolzen wäre, lautet es weiter.

Dass sich ein Feuer schnell ausbreitet, ist beim Holz also nicht das Problem. Die Herausforderung liegt darin, genau zu wissen, wie gut entzündlich die Holzbaustoffe sind. Besonders beim erwähnten River Beech Tower in Chicago wird es interessant, die Behörden von der Sicherheit zu überzeugen. Insofern ist momentane Lösung, eine Mischung aus Holz und Glas oder Stahlbeton noch die reibungsfreiste, wenn es das Einhaltung der gegebenen Brandvorschriften geht.

Die Perspektive für Holz in Deutschland

Holz ist ökologisch. Der Rohstoff kann durch die Neubepflanzung von Bäumen ständig nachwachsen. Zudem speichert Holz gesundheitsschädliche Kohlendioxide, womit wir in direkter Umgebung von Holz auch gesünder leben. Holz ist resistent und schlägt auch Stahl, wenn es zum Brand kommt. Gleichzeitig ist Holz flexibel, sodass dem Baustoff auch eine relative Erdbebensicherheit zugeschrieben werden kann. „Holz hält Erdbeben besser stand, weil es elastisch ist und nicht bricht wie eine Steinmauer“, heißt es aus dem erdbebenerfahrenen Neuseeland im Tagesspiegel. Dafür ist auch das relativ geringe Gewicht verantwortlich.

Außerdem ist Deutschland ein Paradies für Holz. Gemäß der dritten Bundeswaldinventur des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (Stand: Oktober 2014) ist Deutschland mit 32 Prozent Waldfläche bedeckt. Das entspricht 11,4 Mio. Hektar. Damit liegt laut Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO, 2011) Deutschland auf Platz 6 was die Gesamtwaldfläche angeht, nach Russland, Schweden, Finnland, Spanien und Frankreich.

 

Die Möglichkeiten für Holzbauten sind unendlich: Das größte selbsttragende Holzdach der Welt auf der Messe in Hannover, Quelle: Wikimedia, Autor: Harald Bischoff, Lizenz: CC BY 3.0

Den dritten Platz nimmt Deutschland hinsichtlich des Holzvorrats ein. Gemäß Bundeswaldinventur liege Deutschland mit einer Menge von 336 Kubikmeter pro Hektar, nach der Schweiz und Österreich, an der Spitze der europäischen Länder. Mit 3,7 Mrd. Kubikmeter Gesamtvorrat stehe zudem im deutschen Wald mehr Holz als in jedem anderen Land der Europäischen Union. Der Holzbau in Deutschland ist deshalb grundsätzlich sinnvoll, wobei die Zusammensetzung der Wälder problematisch sein kann. Denn nicht jede Baumart eignet sich gleich gut für den Holzbau. Nadelholz bringt gute Materialeigenschaften für den Bau mit. Ökologischer wären aber Laubwälder, weil sie weniger anfällig für Schädlinge sind. Um aber Monokulturen von Kiefern und Fichten zu vermeiden, könnte Laubholz mit Verbundstoffen die nötige Stabilität bei Holzkonstruktionen sorgen und damit der oft hilfreiche Mittelweg sein.

Holz wirkt also – in der Natur, im Wohnraum und in großen Konstruktion. Anders als die eher kühl und „leblosen“ Stahlgerippe strahlt Holz auch im Hochhausgerüst eine gewisse Wärme sowie Wohlbefinden aus. Sie werden Holzpfähle größerer Bauwerke nicht direkt umwarmen wollen wie Sie es bei einem Baum vielleicht tun würden, aber zumindest würden Sie mit dem Gedanken spielen, es berühren zu wollen. Diesen Kontakt zu Mutter Natur kann weder Stahl noch Beton liefern. Ein Holzhochhaus kann dementsprechend als Agent der Natur in unserer betonierten Stahl- und Glasarchitektur verstanden werden. Wenn wir also zur Naherholung schon nicht in den Wald gehen, dann holen wir uns eben den Wald in die Stadt und machen ihn zum Teil des neu-urbanen Lebensraums.

Das ICC Berlin: Ein Paradebeispiel für Großbauten des 20. Jahrhunderts

  • Von Jesco Puluj
  • Veröffentlicht 21. August 2017
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Das ICC Berlin  (Foto von Avantique – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0)

Als das Internationale Congress Centrum (ICC) Berlin nach vierjähriger Bauzeit am 2. April 1979 im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf eingeweiht wurde, zählte es weltweit zu den größten Kongresszentren. Geplant wurde das ICC, das eine Länge von 313 Metern und einer Breite von 89 Metern hat, von den Architekten Ursula-Schüler-Witte und Ralf Schüler. Das Architektenteam hatte das Gebäude, dessen markantestes Kennzeichen die silbergraue Fassade aus Aluminium ist, im futuristisch-brutalistischen Stil der High-Tech-Architektur gestaltet. Dabei handelt es sich um eine Architektur-Strömung, die eng mit der Chicagoer Schule in Verbindung steht und während der 1970er Jahre auch in Europa weite Verbreitung fand.

Der futuristische Stil des Gebäudes wurde in den ersten Jahren von den Berlinern ebenso heftig diskutiert, wie die nicht minder futuristische Figur „Ectabane – der Mensch baut seine Stadt“, die Jean Ipostéguy geschaffen und die ein Jahr nach der Eröffnung vor dem ICC Berlin aufgestellt wurde. Nachdem der Betonsockel brüchig geworden war, wurde die Skulptur im Jahr 2005 abgebaut und ist seitdem in einer Halle auf dem Messegelände untergebracht. Das tat dem Erfolg des Gebäudes aber keinen Abbruch: Die 80 Säle hatten eine Kapazität von insgesamt 15.500 Personen und waren stets bestens ausgelastet. Weil das ICC Berlin inzwischen aber als „technisch verschlissen“ gilt, ist es geschlossen und soll unter Denkmalschutz gestellt werden.

So wurde das Gebäude genutzt

Das ICC Berlin hat eine Breite von 89 Metern und eine Höhe von 40 Metern und ist mit einem dreigeschossigen Brückenbauwerk mit der zweiten Ebene zweier Hallen auf dem benachbarten Messegelände verbunden. Dadurch war eine Quer- und Mischnutzung möglich. Insgesamt besitzt das ICC Berlin eine Bruttogeschossfläche von über 200.000 Quadratmetern. Für Veranstaltungen konnte jedoch nur ein Bruchteil, nämlich rund 30.000 Quadratmeter, genutzt werden. Somit waren die Verkehrsflächen innerhalb des ICC Berlin sehr groß gestaltet, was auch völlig in der Absicht der Architekten lag: Sie wollten mit dem ICC „ein Haus der Kommunikation“ schaffen. Die großzügig dimensionierten Verkehrsflächen wurden von den Besuchern geschätzt und führten dazu, dass dieser Kongressort mehrfach international ausgezeichnet wurde.

Innenaustattung des ICC (Quelle:  Udo from Berlin, Deutschland, uploaded by indeedous, CC BY 2.0,

Ursprünglich sollte das ICC Berlin unmittelbar ans U-Bahn-Netz angeschlossen werden, als die Linie 1 zum Theodor-Heuss-Platz verlängert wurde. Um diese Pläne – die dann jedoch verworfen wurden – verwirklichen zu können, wurde im Vorfeld die Fußgängerunterführung an der Kreuzung zwischen Messedamm und Masurenallee baulich verändert. Die entsprechenden Flächen wurden jedoch freigehalten, um diese Pläne möglicherweise in der Zukunft doch noch zu verwirklichen.

Nachdem das ICC Berlin mehr als 20 Jahre betrieben worden war, stellte der Berliner Senat trotz einer überdurchschnittlichen Auslastung dennoch äußerst hohe Betriebskosten fest. Zudem hätte das ICC Berlin mit hohen Kosten von nahezu 200 Millionen Euro saniert werden müssen. Deshalb wurde darüber nachgedacht, auf dem Areal der Deutschlandhalle ein neues Kongresszentrum zu errichten. Im Frühling 2008 entschied sich der Senat jedoch dafür, das ICC zu erhalten und mit dem CityCube Berlin ein neues Messe- und Kongresszentrum zu erbauen.

Ein Grund dafür, warum die Sanierung alles andere als einfach ist, liegt in der Gestaltung der technischen Ausstattung: Diese wurde komplett im Keller unter einer Betondecke untergebracht. Damit die Technik ausgetauscht werden kann, muss also zunächst die Bodenplatte aufgerissen werden. Die Veranstaltungstechnik hingegen befindet sich im Funkturminnenhof und wird bei Bedarf über einen großen Lastenaufzug auf die Bühne gebracht.

So ist das ICC Berlin technisch ausgestattet

In den Veranstaltungsräumen des ICC Berlin steht seit 2009 der High Definition Television-Standard zur Verfügung, also hochauflösendes Fernsehen. So erfolgen die Präsentationen auf den Event-Notebooks, LED-Screens sowie Projektoren im Format 16:9, wobei eine Full-HD-Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln geboten wird. Weil das HDTV-Signal direkt in das Kabelnetz eingespeist wird, ist eine günstige Darstellung über HDTV-Bildschirme oder einen handelsüblichen DVB-Receiver realisierbar. Soll eine Public Viewing-Veranstaltung angeboten werden, ist dies im ICC Berlin ebenfalls möglich.

Durch ein Notstromaggregat ist das ICC Berlin selbst bei Großveranstaltungen vom Berliner Stromnetz unabhängig. Im ICC Berlin steht ferner eine eigene Polizeiwache zur Verfügung, die allerdings lediglich bei Großveranstaltungen besetzt ist. Zur Ausstattung der Polizeiwache, die im Untergeschoss des Parkhauses eingerichtet wurde, gehören auch mehrere Arrestzellen.

Das ICC Berlin und seine Bedeutung für die Stadt

Das rund eine Milliarde Euro teure Gebäude zählt zu den wichtigsten Bauwerken, die in der Nachkriegszeit in Deutschland erbaut wurden. Über die Zukunft des ICC Berlin wird in der Bundeshauptstadt bereits seit mehreren Jahren diskutiert. Weil die Betriebskosten deutlich über den Einnahmen aus Veranstaltungen liegen, will die Messe Berlin das Kongresszentrum nicht weiterbetreiben, nachdem es am 9. März 2014 endgültig geschlossen wurde. Auch wie das ICC Berlin künftig genutzt werden könnte, steht noch in den Sternen, ebenso die Frage, wer die Kosten für die Sanierung übernehmen muss.

Eine vorübergehende Zwischennutzung hatte sich im Dezember 2015 ergeben: Damals wurde es im Zuge der europäischen Flüchtlingskrise als Notunterkunft verwendet. Im Frühling 2016 wurde zudem eine Erstanlaufstelle für Flüchtlinge eingerichtet, in der bis Juni 2017 täglich bis zu 1.400 Asylbewerber abgefertigt worden waren.

Von Sebastian Rittau – Eigenes Werk, CC-BY 4.0,

Kinderzimmer einrichten mit Velux-Verdunkelungsrollos

  • Von op
  • Veröffentlicht 12. Mai 2017
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Wenn Eltern das erste Zimmer für ihr Kind einrichten, verwenden sie viel Zeit darauf, alles kindersicher zu machen. Der kleine Liebling darf sich nirgends stoßen, soll viel Platz haben und sich geborgen fühlen. Dabei spielt natürlich auch das Bett eine wichtige Rolle, hier soll sich das Baby oder das Kind ausruhen und angenehm träumen. Allerdings stellt sich im Sommer das Problem, dass es im Kinderzimmer einfach zu hell ist. Wer soll bei direktem Sonnenlicht schlafen können?

Rollos von Velux (Quelle: velux.de)

Abhilfe mit dem Verdunkelungsrollo schaffen

Manche Eltern sind durchaus erfinderisch und hängen die Fenster des Kinderzimmers mit einer Decke oder mit dunklen Tüchern ab. Allerdings kommt hier meist immer noch viel Licht hindurch und verhindert Babys guten Schlaf. Außerdem stellen sich vor allem Dachfenster in diesem Punkt als äußerst kompliziert dar – wie soll das Fenster gleichzeitig geöffnet und verdunkelt werden können? VELUX bietet dafür die Lösung: ein Verdunkelungsrollo! Dieses wird fest am Dachfester angebracht und lässt sich durch die beiden seitlich verlaufenden Schienen kinderleicht hoch- und wieder hinunterziehen. Damit ist es nicht nur möglich, das Fenster komplett zu verdunkeln, sondern das Rollo kann stufenlos eingestellt werden. Wer also nur ein halbes Fenster abdunkeln und die Sonne aussperren will, ist mit einem derartigen Rollo gut beraten.

Das Verdunkelungsrollo ist aber nicht nur abends und morgens ein geeigneter Helfer, um die lieben Kleinen besser schlafen zu lassen und die Sonne aus dem Zimmer fernzuhalten. Es sorgt auch dafür, dass die hohen Temperaturen, die sich durch die Sonneneinstrahlung im Dachbereich in den oberen Räumen entwickeln, geringere Höhen erreichen. Werden die Sonnenstrahlen durch das Rollo nicht in den Raum gelassen, wirkt sich das um einige Grad Celsius aus! Damit dieser Effekt noch gesteigert wird, kann zusätzlich auf das Hitzeschutzrollo gesetzt werden. Es ist mit einer speziellen Beschichtung versehen und lässt die Wärme nicht ins Kinder- oder Schlafzimmer.

 

Rollo mit anderen Produkten kombinieren

Das Verdunkelungsrollo von VELUX lässt sich ganz einfach mit anderen Produkten kombinieren. Vor allem das Fliegenschutzgitter spielt hier eine Rolle: Es wird vom Zimmer aus gesehen noch vor dem Rollo angebracht und sorgt dafür, dass Mücken und andere Insekten ausgesperrt werden. Der kleine Schatz kann somit sogar im Sommer bei geöffnetem Fenster schlafen und niemand muss sich darum sorgen, dass Mücken und Co. das Baby stechen könnten.

Rollos bringen tiefen Schlaf (Quelle: Depositphotos)

Für das Anbringen von Insektenschutz und Verdunkelungsrollo muss niemand ein ausgebildeter Handwerker sein. Die mitgelieferten Anleitungen sind klar und verständlich und so kann diese Dinge jeder selbst anbringen. Im Vergleich zu den Billig-Varianten aus dem Baumarkt benötigen die Produkte von VELUX allerdings etwas mehr Zeit für den Anbau, damit sie wirklich sicher sitzen und ihre Langlebigkeit unter Beweis stellen können.

Viele Kinderzimmer werden eingerichtet, nachdem der Dachboden extra für den Nachwuchs umgebaut worden ist. Allerdings ergibt sich hierbei nicht selten das Problem, dass die Fenster einfach zu hoch liegen. Die Idee des Verdunkelungsrollos ist daher zwar gut – aber wie soll das Rollo bedient werden? Niemand möchte tagtäglich eine Leiter zur Hilfe nehmen müssen, nur um die Verdunkelung des Raumes zu erreichen. Die Lösung liegt auf der Hand und wird von VELUX schon lange in dieser Form angeboten: Das Rollo muss elektrisch bedient werden können.

Somit haben Anwender die Wahl, ob sie auf ein manuell oder ein elektrisch zu bedienendes Rollo setzen möchten. Natürlich gibt es diese Technik auch für die außen liegenden Jalousien verfügbar, die allerdings besser vom Fachmann eingesetzt werden sollten. Sie werden direkt in das Dach integriert und bieten einen noch besseren Hitzeschutz. Schließlich treffen die Sonnenstrahlen bei dieser Variante gar nicht erst auf das Fenster auf. Damit wird praktisch nebenbei die Dämmung des Hauses verbessert; der Einbau dieser Jalousien hat somit nicht nur direkten Einfluss auf das Kinderzimmer, an dessen Fenstern diese Technik installiert wurde.