1fotolia_75123131_bg

Beruf Architekt: Alles was man wissen muss

  • Von op
  • Veröffentlicht 12. März 2015
  • Tags
  • Kommentare 2
  • 1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (9 Bewertungen, Durchschnitt: 4,33 von 5)
Architekt

Traumberuf Architekt (© diego_cervo/ depositphoto.com)

Der Architekt, alles was man über den Beruf wissen sollte:

Gliederung:

Wie wird man Architekt?

Architekturstudent

Architekturstudent (© joshua_rainey/depositphoto.com)

Architekt wird man in Deutschland nur durch Eintragung in die Architektenliste der Architektenkammer. Die Berufsbezeichnung „Architekt“ ist geschützt.

Der Eintragungsausschuss der jeweiligen Architektenkammer entscheidet über die Eintragung in die Architektenliste. Grundvorraussetzungen sind ein Architekturstudium mit einem erforderlichen Mindestmass an Entwurfslehre. Studiengänge wie „Bauwirtschaft“ werden häufig nicht anerkannt.

Für nicht studierte Fachleute wie zum Beispiel Handwerksmeister oder Studienabsolventen aus nicht akzeptieren Studiengänge haben die Möglichkeit durch Bestehen spezieller Sonderprüfungen bei der Architektenkammer die Eintragung zu erlangen.

Es gibt Architekten (Hochbauarchitekten), in Abgrenzung zu Innenarchitekten und Landschaftsarchitekten.

Architekt ist schon seit jeher ein beliebter Beruf und jährlich strömen tausende deutsche Schulabgänger in die Hochschulen um sich als Architekt ausbilden zu lassen. Doch wie sieht der Weg konkret aus und was ist zu beachten, wenn man den Wunsch hat, Architekt zu werden?

Um sich Architekt nennen zu dürfen, ist ein Studium an einer Fachhochschule oder einer Universität eine Grundvoraussetzung. Nachdem der Bologna-Prozess in das deutsche Bildungssystem Einzug gehalten hat, besteht der Studiengang Architektur aus dem Bachelor und dem Master. Üblicherweise dauert der Bachelorstudiengang drei Jahre, der für den Master zwei. Wer nun sein Studium mit dem Master in Architektur abgeschlossen hat, darf sich dennoch nicht „Architekt“ nennen. Er ist nun in der Regel „Master of Arts“. Um die begehrte Berufsbezeichnung tragen zu dürfen, ist zunächst eine Eintragung in die Architektenkammer Voraussetzung. Dieses ist nach einer gewissen Berufserfahrung möglich. Wie lange diese Zeit dauert sowie weitere Voraussetzungen sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt.

Ist es das Richtige für mich?

Ganz zu Beginn steht die Frage: Bin ich für diesen Beruf geeignet und bin ich mir sicher, dass er der richtige für mich ist? Schließlich wäre es ärgerlich, erst Jahre später herauszufinden, dass man doch nicht so gut dazu passt und eigentlich etwas anderes machen will. So sollte man sich z.B bewusst machen, dass man auch mathematisch gefordert wird um Statik- und Proportionsrechnungen zu kalkulieren und dass man einen guten Sinn für Gestaltung haben sollte. Zweifelsohne steht jedoch die künstlerische Begabung im Vordergrund, zusammen mit hoher Belastungsfähigkeit und Durchhaltevermögen—der Markt ist nämlich übersättigt und die Aufträge gehen zurück.

Das Studium

Wenn man sich dann sicher ist, dass man diesen Weg sicher gehen möchte, steht man vor der Herausforderung eine passende Bildungseinrichtung zu finden. Um studieren zu können benötigt man das Abitur oder die Fachhochschulreife und die Faustregel lautet: je besser der Notendurchschnitt desto höher die Chance auf einen Studienplatz. Schließlich ist der Andrang auf die Studienplätze groß und nur wenige Hochschulen machen sich die Mühe ihre Studenten mittels aufwändiger Bewerbungsverfahren auszuwählen. Wenn der Notendurchschnitt nicht ausreicht, dann lohnt es sich konkret nach Universitäten zu suchen, die darauf nicht so viel Wert legen um sich dann dennoch beweisen zu können.

Es gibt auch Universitäten, wo die Zulassungsbedingungen nicht so streng sind und ein Studienplatz fast garantiert ist. Diese Studiengänge haben dann allerdings den Nachteil, dass sie stark überfüllt sind und man wenig Aufmerksamkeit von den Professoren bekommen wird.

Davor gilt es jedoch sich für eine Studienrichtung zu entscheiden, wobei in Deutschland konkret zwischen Architektur, Innenarchitektur und Landschaftsarchitektur unterschieden wird. Der Bereich Architektur erfordert ein starkes technisches Verständnis und ermöglicht sehr spezifische Weiterbildungen wie Baumanagement oder Städtebau. Der Bereich Innenarchitektur hat einen künstlerischeren Fokus während von Landschaftsarchitekten viel Interesse für Botanik und Geografie verlangt wird.

Hier eine ganz grobe Übersicht von Studienfächern, die im akademischen Bereich angeboten werden:

  • Baustoffkunde
  • Architekturtheorie
  • Baustatik
  • Städtebau und Bauleitplanung
  • Bauphysik
  • Baurecht
  • Geschichte der Architektur
  • Landschaftsplanung
  • Bau- und Kunstgeschichte

Das Bachelor-System führt einen heute schon nach 6-8 Semestern zu einem Abschluss, was weitaus schneller ist als beim damaligen Diplom-System. Durch diese Straffung besteht die Gefahr, nicht ausreichend auf den Arbeitsmarkt vorbereitet zu sein und auch bei potentiellen Arbeitgebern weniger Chancen zu haben. Deswegen bietet sich eine Weiterbildung in Form eines Masters an. Dies gibt zudem die Chance sich zu spezialisieren und somit an Profil zu gewinnen. Ein Beispiel für einen solchen Master ist der Studiengang „Ressourceneffizientes Bauen“ der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg. Im Bereich nachhaltiges Bauen bieten übrigens immer mehr Hochschulen Masterprogramme an, es lohnt sich also eine ausführliche Recherche um sein Studium zu planen, etwa mit dem Internet-Angebot Hochschulkompass.

Manche Studiengänge integrieren zudem ein Praxissemester. Dies mag das Studium vielleicht in die Länge ziehen, lohnt sich aber durchaus da einem somit ermöglicht wird ,zukünftige Arbeitgeber zu identifizieren und herauszufinden welche Tätigkeiten einem besonders liegen.

Nach Studienabschluss ist noch ein Eintrag in die Architektenkammer nötig, damit man sich als „Architekt“ bezeichnen darf. Ohne Eintrag darf man allerdings dennoch in einem Architekturbüro tätig werden, eben nur ohne sich Architekt nennen zu dürfen.

Die Job-Bewerbung

Sich offiziell als Architekt bezeichnen zu können ist eine Sache — von diesem Beruf auch leben zu können ist dann die nächste Herausforderung. Nach dem Studium stellt sich also die Frage: Wie finde ich einen Arbeitgeber?

Bestenfalls hat man während des Studiums bereits Kontakte gesammelt an die man sich jetzt wenden kann. Es ist allerdings auch Fleiß gefragt — viel Fleiß. Viel Zeit sollte in die Recherche nach Architekturbüros gesteckt werden für die man arbeiten möchte und dann heißt es Bewerbungsschreiben um Bewerbungsschreiben zu schicken. Mit dem Lebenslauf sollte auch ein Portfolio eingereicht werden, das zudem auch noch für den betroffenen Arbeitgeber „maßgeschneidert“ wird.

Ist man dann endlich als Architekt tätig, hört das Bewerben allerdings nicht auf. Architektenwettbewerbe sind branchenüblich, was bedeutet, dass die Büros ihre Entwürfe für Bau-Ausschreibungen einsenden und nur wenige Entwürfe letztlich realisiert werden.

Auch wenn der Weg zum Architekten etwas mühselig erscheint ist die gute Nachricht jedoch, dass er klar strukturiert ist und bei genug Ausdauer die Erfolgschancen durchaus realistisch sind.

Architektenwettbewerbe

Größere Bauvorhaben werden oft in Form eines Architektenwettbewerbs vergeben. Der Bauherr lädt hier eine bestimmte Anzahl von Architekturbüros ein um verschiedene Lösungsansätze der Bauaufgabe zu sehen und sich aus dieser (großen) Auswahl zu entscheiden. Berühmte Architektenwettbewerbe waren der Reichstagsneubau in Berlin, die Entscheidung ging an Sir Norman Foster. Gut in Erinnerung blieb hier die zweifelhafte Kumpelentscheidung des Bauherrn, die gänzlich der ursprünglich der geplanten Überdachung widersprach. Ein wichtiger internationaler Wettbewerb handelte über die Neubepflanzung des Ground Zero in NYZ http://www.die-wolkenkratzer.de/buildings/freedom-tower.html

Grund Sätze des Architektenwettbewerbs sind:

Chancengleichheit und Anonymität der Teilnehmer. Die Sicherung des Urheberrechts und ein neutrales Entscheidungsgremium. Wettbewerbe werden ausgelobt und häufig so organiert, dass jeder Teilnehmer ein Raumprogramm und ein Pflichtenheft als Briefing erhält. In den Wettbewerbsbedingungen wird auch fixiert, wann Abgabeschluss ist, wer für Fragen zuständig ist und wie die Preisgelder und Ankäufe sich verteilen. Hier ein wichtiger Link zu dien Thema : http://www.aknds.de/bauherren_wettbewerb.html

Berufliche Chancen verbessern durch Qualifizierung

Um ihre beruflichen Möglichkeiten zu erweitern, ist es als Architekt ratsam, die Phrase „lebenslanges Lernen“ wörtlich zu nehmen. Die Bundesarchitektenkammer unterstreicht diese Aussage: Sie empfiehlt Fortbildungen für Architekten sogar ausdrücklich. Nur so können die Planer gewährleisten, stets auf dem aktuellsten Stand der Möglichkeiten und Materialien zu sein. Doch es bleibt nicht bei einem Ratschlag: Für Architekten besteht sogar eine Pflicht zur Fortbildung, die in den Architektengesetzen der Länder verankert ist.

Architekten, die in Weiterbildung investieren, erfüllen jedoch nicht nur eine Pflicht. Bedingt durch die hohe Architektendichte in Deutschland, geringe Gehälter für angestellte Architekten und eine schwierige Auftragslage für Selbstständige sind Fortbildungen ein Muss. Wer mit seinem Können und seinem Angebot nur in die Breite, nicht aber in die Tiefe geht, hat wenig Aussicht auf eine gesicherte oder gar privilegierte wirtschaftliche Existenz. Daher heißt es für Architekten: Den Bauchladen schließen und Spezialist werden.

Sich als Experte auf einem Gebiet zu positionieren ist vor allem für freischaffend tätige Architekten unumgänglich, um erfolgreich zu sein. Zunehmend ist Spezialwissen jedoch auch ein Faktor für Angestellte. Wer hier eine anspruchsvolle und entsprechend vergütete Position anstrebt, muss besondere Kompetenzen und Qualifikationen vorweisen können.

 

Weiterbildung für Architekten

Weiterbildung für Architekten [Foto: #15346951_Fotolia © Engine Images BU: Gemeinsame Fortbildung]

Weiterbildung bei der Architektenkammer

Als Architekt gibt es verschiedene Möglichkeiten der Weiterbildung. Als Erstes sind hier die Architektenkammern der Länder (www.architekten-fortbildung.de) zu nennen: Sie bieten an ihren Akademien und Instituten verschiedene Fortbildungen an. Diese behandeln beispielsweise folgende Themen:

  • Seminare für Existenzgründer als Architekt
  • Seminare zur Bauleitung
  • Stadtentwicklung
  • Denkmalpflege
  • Energieeffizienz
  • Seminare für Hochschulabsolventen
  • Seminare zu neuen DIN-Vorschriften und rechtlichen Aspekten
  • Wissenswertes zu Websites von Architekten

Diese Aufzählung ist nicht abschließend – auf den Internetseiten der Architektenkammern finden sich zahlreiche weitere Angebote. Dort hineinzuschauen, lohnt sich für Weiterbildungswillige auf jeden Fall.

Zusätzliche Fortbildungsmöglichkeiten

Neben den Akademien der Architektenkammer bieten weitere Weiterbildungseinrichtungen Lehrgänge an. Hierzu zählt zum Beispiel das Europäische Institut für postgraduale Bildung GmbH EIPOS (www.eipos.de) oder das HAUS DER TECHNIK e. V. (www.hdt-essen.de) der RWTH Aachen, wo Architekten sich zu verschiedenen Fachplanern, Beratern oder Sachverständigen ausbilden lassen können. Das Angebot dieser und ähnlicher Träger ist groß und ermöglicht Architekten, ihre gewählten Spezialisierungen weiter zu vertiefen. Teilnehmer können von Seminaren aus Bereichen wie dem Bausachverständigenwesen, einer Fortbildung zum Energieeffizienz-Experten bzw. Energieberater oder zum Brandschutzbeauftragen profitieren – um nur wenige zu nennen. Eine Zusatzausbildung, die sich für jeden Architekten unabhängig von seiner Spezialisierung lohnt, ist eine Ausbildung zur CAD-Fachkraft. Sie vermittelt das Handwerkszeug, um die eigenen planerischen Ideen selbst visualisieren zu können. Wer sich bei Büros bewirbt, kann mit dieser Qualifikation in jedem Fall punkten. Selbstständigen verschafft eine solche Kompetenz den Freiraum, das Erstellen von CAD-Zeichnungen nicht extern vergeben zu müssen. So sparen sie Zeit, Mühe und Kapital.

Akademische Weiterbildung: das Aufbaustudium

Architekten, die sich für ihre Weiterbildung einen großen thematischen Tiefgang wünschen, sind mit dem Belegen eines Aufbaustudiengangs bestens beraten. Diese Studiengänge sind in der Regel für Erwerbstätige ausgelegt und finden berufsbegleitend am Abend oder an Wochenenden statt. Das Studium, das oft mit einem Master-Abschluss endet, ist entweder als Präsenz- oder Fernstudium möglich. Als Voraussetzung wird meistens ein abgeschlossenes Architektur-, Bauingenieur- oder ähnliches Studium angegeben. Das Studium beläuft sich auf eine Dauer von drei bis fünf Semestern. Die thematische Vielfalt ist groß: Sie erstreckt sich von „Architectural Lighting Design“ über „Architektur und Media Management“ bis „Urbane Infrastrukturplanung – Verkehr und Wasser“. Die Angebote finden sowohl an Universitäten als auch an Fachhochschulen und privaten Akademien statt.

Branchenübergreifend qualifizieren

Ob sie den Schritt aus wirtschaftlicher Not oder Überzeugung tun – Architekten haben durch ihre Vorbildung sehr gute Möglichkeiten in angrenzenden Branchen. Um etwa als Quereinsteiger in die Immobilienbranche zu wechseln, genügt ein 14-tätiger Intensivlehrgang zum Immobilienmakler IHK. Daneben sind Masterstudiengänge im Facility Management oder der Projektentwicklung möglich. Wer sich in diese Richtung weiterqualifiziert, nutzt den Boom, den die Immobilienbranche derzeit erlebt, geschickt für sein persönliches berufliches Fortkommen. Besonders in Großstädten und Metropolregionen sind Immobilienexperten und Facility-Manager gefragt. Die Riege der Architekten zu verlassen und in die benachbarte Disziplin zu wechseln ist für den einen oder die andere mit Sicherheit eine Gewissensfrage. Dennoch ist es keinesfalls ungeschickt, die beruflichen Hebel aufgrund äußerer Umstände hier oder dort neu zu justieren.

Die Architekten-Verbände in Deutschland

Die Interessen von Architekten werden in Deutschland von einer Vielzahl von Verbänden und Vereinen vertreten. Hier sind die wichtigsten im Überblick.

Durch einen Klick auf die jeweilige Überschrift werden Sie direkt auf die Website verlinkt. 

Die Architektenkammern

Sicherlich der wichtigste Interessensverband für Architekten in Deutschland sind die öffentlich-rechtlichen Architektenkammern. Sie sind in die Bundesländer aufgegliedert, da sie staatliche Aufgaben ausführen und jedes Land seine eigenen Gesetze und Anforderungen an den Beruf hat. Die Architektenkammern bestimmen, welche Anforderungen erfüllt werden müssen, damit man sich als Architekt bezeichnen darf und überwachen, ob seine Mitglieder den Beruf regelkonform ausüben.

Als Architekt ist man zur Mitgliedschaft in der Architektenkammer seines Landes verpflichtet.

Zudem gibt es noch die Bundesarchitektenkammer. Sie ist im Gegensatz zu den Kammern der Länder ein privater Verein und vertritt die 16 Kammern auf europäischer und internationaler Ebene.

Die Aufgaben der Architektenkammer lesen Sie hier.

Bund Deutscher Architekten (BDA)

Der Bund deutscher Architekten besteht bereits seit 1903 und vertritt die Interessen freiberuflicher Architekten auf regionaler und nationaler Ebene. Er ist in einen Bundesverband, sowie zahlreiche Landesverbände aufgegliedert und hat um die 5000 Mitglieder.

Der BDA ist auch Träger des Deutschen Architektur Zentrums und verleiht den renommierten „Großen BDA-Preis“, sowie den BDA-Preis für Architekturkritik und den Architekturpreis „Nike“.

Verband Deutscher Architekten (VDA)

Der Verband Deutscher Architekten ist einer der größten Interessensverbände für deutsche Architekten und zeichnet sich als Mitträger der Deutschen Ingenieur- und Architekten-Akademie (DIAA) aus. Er versteht sich als „Qualitätsgemeinschaft für Baukultur“ und setzt sich in diesem Rahmen dafür ein, dass Gebäude für ihre Architektur und nicht für ihr Investitionspotential wahrgenommen werden.

Verband Deutscher Architekten- und Ingenieurvereine (DAI)

Der Verband Deutscher Architekten- und Ingenieurvereine ist ein Dachverband für die Architekten- und Ingenieurvereine in Deutschland. Er wurde ursprünglich 1871 gegründet und besteht in seiner aktuellen Form seit 1949.

Er konzentriert sich insbesondere auf Förderung eines aktiven Netzwerks unter Architekten und Ingenieuren und unterstützt zudem die Forschung und Entwicklung des Bauwesens.

Vereinigung Freischaffender Architekten Deutschland (VFA)

Die Vereinigung Freischaffender Architekten Deutschlands engagiert sich seit 1958 für freischaffend Tätige in der Architektenbranche.

Bisherige Ergebnisse der Arbeit des VFA sind laut eigenen Angaben u.a:

„Die Entwicklung und der Erhalt der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure, die Entwicklung und Förderung des Wettbewerbswesens, die Etablierung von grundlegenden Anforderungen an die Berufsausbildung“.

Hier noch einige weitere, spezifischere, Architekten-Verbände:

Bund Deutscher Landschaftsarchitekten

Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure e.V.

Bund Deutscher Innenarchitekten e.V

Der Architektenvertrag

Architektenvertrag , Foto Preikschat

Architektenvertrag , Foto Preikschat

Die Beauftragung eines freiberuflichen Architekten erfolgt als Werkvertrag mittels einem Architektenvertrag. Dieser häufig als Standardvertrag erhältliche schriftliche Vorlage ist frei verhandelbar, eine Schriftform ist nicht vorgeschrieben. Das heißt ein Architekt kann auch mündlich beauftragt werden, wird über das Honorar nicht explizit verhandelt so gilt das Preisrecht der HOAI mit den dort fixierten Mindestsätzen. Die Honorarzone ergibt sich aus der Bauaufgabe und deren Komplexität. Inhalt eines Architektenvertrages sind regelmäßig die Benennung der Vertragsparteien, Die Bauaufgabe, der Bauort, der Leistungsumfang (die beauftragten Leistungsphasen) die Abrechnung der Nebenkosten und besondere Regelungen wie z.B. Bausummengarantieversprechen und die Organisation und Koordination von Gutachten, statischen Berechnung, bauphysikalischen Nachweisen etc. Ein Versicherungsnachweis wird in vielen Architektenverträgen vom Architekt verlangt. Ebenfalls schriftlich sind Umbau- und Modernisierungszuschläge zu vereinbaren. Man unterscheidet zwischen Grundleistungen, besonderen Leistungen und zusätzlichen Leistungen.

Der Architektenvertrag kann auch von Nichtarchitekten (z.B. Bauingenieur) abgeschlossene werden. Der Nichtarchitekt ist in diesem Fall verpflichtet seinem Bauherren über diesen berufsständigen Umstand zu informieren. Es empfiehlt sich bestimmte Abschlagszahlungen zu vereinbaren: z.B. nach Erreichen der Baugenehmigung, nach Vorrage einer Ausführungsplanung, zur Rohbaufertigstellung etc.

Übernimmt ein Architekt nicht nur die originären Architektenleistungen, sondern darüber hinaus auch die haustechnische Planung und die statische Berechnung spricht man von einem Generalplanervertrag.

Zu beachten ist auch ein sogenanntes Kopplungsverbot, dies beschreibt die Unwirksamkeit eines Architektenvertrages der an ein Grundstückskaufvertrag gekoppelt ist. Dies bedeutet der Grundstückserwerber ist grundsätzlich in seiner Architektenauswahl frei. Das Kopplungsverbot kennt auch Ausnahmen: z.B bei Bauträgern und anderen gewerbsmäßigen Entwicklern.

Der Architektenvertrag wird abschließend von den Vertragsparteien datiert unterzeichnet.

Dieser Architektenvertrag kann der Architekt nur aus wichtigem Grund (seit 2002 gem.  §314 BGB)  gekündigt werden.(Verletzung der Mitwirkungspflicht, Zahlungsunfähigkeit ) Der Auftraggeber kann den Vertrag jederzeit kündigen muss jedoch bei einer „freien“ Kündigung den entgangenen Gewinn (Honorarabzüglich dem ersparten Aufwand) des Architekten bezahlen. Wichtige Kündigungsgründe für den Bauherren bestehen in einer nicht genehmigungsfähigen Planung, der dauerhaften Krankheit des Architekten, verschuldete grobe Mängel, Bauzeiten und Baukostenüberschreitungen.Weiterhin die  verschleppte, verzögerte Leistungserbringung und das Verletzen von Kooperationspflichten.Das Vertrauensverhältnis ist auch derart erschüttert, wenn mehrere einzelne Punkte sich addieren.

Steuerliche Kategorisierung

Architekten zählen aufgrund ihres Berufsbildes zu den sogenannten Freien Berufen. Freiberufler haben ein paar interessante, vor allem steuerliche, Besonderheiten, die angehende Bürogründer wissen müssen.

Existenzgründung als Freiberufler

Wer als Architekt ein eigenes Büro eröffnet, macht sich als Freiberufler selbstständig. Hierfür benötigt er keinen Gewerbeschein, sondern meldet lediglich beim Finanzamt seine Selbstständigkeit an. Daraufhin erhält er eine Steuernummer. Freiberuflich und gewerblich Selbstständige haben zur Gründung eine gemeinsame Hürde, die es zu überwinden gilt: sich von Scheinselbstständigen abzugrenzen. Das ist jedoch weniger dramatisch, als es klingt.

Merkmale für eine Selbstständigkeit: Unternehmerinitiative und die Übernahme unternehmerischen Risikos sind Anzeichen für eine Selbstständigkeit. Das Unternehmerrisiko zeigt sich dadurch, dass für die selbstständige Person der Einsatz eigener Mittel sowie eigener Arbeitskraft im Vorfeld und auch weiterhin ungewiss ist.

Scheinselbstständig ist, wer − obwohl er Rechnungen schreibt – weisungsbefugt arbeitet und nach abgeleisteten Stunden und nicht nach Erfolg bezahlt wird. Um nicht erst das Misstrauen des Finanzamtes zu wecken, sollten daher „echte“ Selbstständige zudem darauf achten, mehr als nur einen Auftraggeber zu haben.

Was zeichnet die freien Berufe aus?

Freiberufler nehmen eine besondere Stellung unter den Selbstständigen ein. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass zwischen ihrer individuellen Ausbildung sowie der beruflichen Selbstständigkeit eine enge Verknüpfung besteht. Das bedeutet, dass ein Freiberufler selbst das notwendige Wissen besitzen muss, welches zur erfolgreichen Ausübung seines Berufes notwendig ist. Der Bundesverband der Freien Berufe (BFB) zählt die folgenden Attribute von Freiberuflern auf:

  • Professionalität
  • Gemeinwohlverpflichtung
  • Selbstkontrolle
  • Eigenverantwortlichkeit

Gliederung der Freiberufler

Die freien Berufe sind sogenannte „Katalogberufe“, die im EStG § 18 festgelegt sind. Sie gliedern sich in vier Gruppen:

  • Heilberufe
  • Rechts-, steuer- und wirtschaftberatende Berufe
  • Naturwissenschaftliche/technische Berufe
  • Sprach- und informationsvermittelnde Berufe

Architekten zählen zur Gruppe der naturwissenschaftlich-technischen Berufe.

Die hoch qualifizierten Freiberufler sind keine „Randerscheinung“, sondern ein ernst zu nehmender Wirtschaftsfaktor Deutschlands. Laut dem BFB erwirtschaften sie einen Jahresumsatz von rund 370 Milliarden Euro.

Taschenrechner und Zahlen. Der Architekt und die Steuer.

Der Architekt und die Steuer. Taschenrechner und Statistik_fotolia.de © Gina Sanders]

Vorteile der Freiberufler

Freiberufler müssen im Gegensatz zu Gewerbetreibenden, die eine sogenannte „doppelte Buchführung“ nachweisen müssen, nur eine Einnahmenüberschussrechnung vorlegen. Hier werden lediglich Einnahmen und Ausgaben des Geschäftsjahres dokumentiert und gegenübergestellt – so kann der Gewinn oder Verlust eines Jahres problemlos berechnet werden.

Ein weiterer Vorteil, den Architekten als Angehörige der Freien Berufe genießen, ist die Befreiung von der Gewerbesteuer. Diese ist von Gewerbetreibenden in Höhe von mindestens 7 Prozent auf den Ertrag zu zahlen. Das Bundesverfassungsgericht bestätigte diese Tatsache 2008 erneut. Es begründet seine Entscheidung damit, dass Freiberufler in der Regel eine akademische oder vergleichbare Ausbildung absolviert haben und zudem ein besonderes Vertrauensverhältnis zu ihren Aufraggebern pflegen. Da Architekten bekanntermaßen treuhänderisch für ihren Auftraggeber tätig sind und dafür sorgen, dass ihm keinerlei Nachteil entsteht, sind Architekten ganz typische Freiberufler.

Zahlen Architekten Umsatzsteuer?

Auf Architekten- und Ingenieurleistungen fallen 19 Prozent Umsatzsteuer an. Diese hat der Architekt an das Finanzamt abzuführen. Um dieses zu umgehen, können Existenzgründer, die im Gründungsjahr nicht mehr als 17 500 Euro Umsatz erwirtschaften, eine Befreiung von dieser Steuer beanspruchen. Dieser Schritt ist jedoch fast nie − und insbesondere für Architekten − nicht ratsam. Sie haben zwar später in der Regel mit höheren Umsätzen zu tun als andere Berufsgruppen, dementsprechend hoch sind jedoch auch ihre Ausgaben. Da zu einer Bürogründung hohe Investitionen nötig sind, zum Beispiel für Büroausstattung, Software oder eine Bürowebsite, kann die Umsatzsteuerpflicht steuerliche, also finanzielle Vorteile, mit sich bringen.

Wie das geht? Von der abzuführenden Steuer kann diejenige abgezogen werden, die der Gründer für Betriebsausgaben, wie beispielsweise die der „Erstausstattung“, bereits investiert hat. Stellt er etwa an einen Bauherrn eine Rechnung über 10 000 Euro, so sind dort noch 19 Prozent Umsatzsteuer, also 1 900 Euro aufzuschlagen und später an das Finanzamt abzuführen. Kauft der Architekt jedoch Software zum Preis von 1 190 Euro, so sind dort 190 Euro Umsatzsteuer enthalten. Diese kann er von den 1 900 Euro abziehen und muss lediglich 1 710 Euro als Steuer abtreten. Seine Software hat den Architekten also nur noch 1 000 Euro gekostet. Dieses Vorgehen nennt sich Vorsteuerabzug und dient dazu, Selbstständige zu entlasten. Mit der zu zahlenden Umsatzsteuer wird letztendlich nur der Endverbraucher belastet, der ihre Zahlung natürlich nicht umgehen kann.

Architekten mit eigenem Büro sind letztendlich Selbstständige wie andere auch und kommen um die Auseinandersetzung mit Steuern oder Buchführung nicht herum. Aber wie gezeigt, ist nichts von alldem so abschreckend, wie es auf den ersten Blick scheint.

Was verdient ein Architekt?

Architekt Verdienstmöglichkeiten in Deutschland

Architekt Verdienstmöglichkeiten in Deutschland (Foto darknula, depositphoto.com)

Die Bundesarchitektenkammer führte 2012 unter ihren in Vollzeit angestellt arbeitenden Mitgliedern eine Umfrage zu deren Einkommen durch. Es ergab sich ein Durchschnittswert von 48 000 Euro Jahresbruttogehalt. Aktuellere Werte liefert ein Artikel von iz-online.de (http://www.iz-jobs.de/karriere/themen/52-100-euro-jahresgehalt—in-der-wirtschaft-mehr,124104.html) aus dem Jahre 2013: Hier ist die Rede von einem Durchschnittsgehalt in Höhe von 52 100 Euro im Jahr. Die Gehälter in der Wirtschaft, also außerhalb von Planungsbüros und Öffentlichem Dienst, lägen am höchsten. Die Einkommenshöhe dieser Beschäftigten habe 2012 bei 67 795 Euro gelegen. Darauf folgt der Öffentliche Dienst mit einer jährlichen Vergütung von 55 100 Euro. Am wenigsten verdienten Angestellte in Architektur- und Planungsbüros – ihre Arbeit wurde mit durchschnittlich 44 143 Euro vergolten. Das geschlechterspezifische Gehaltsgefälle macht – wenn auch in geringerer Ausprägung – auch vor Architekten nicht Halt: Nach einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung verdienen angestellte Ingenieurinnen 17 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Immerhin sieht dieser Wert besser aus als der des Bundesdurchschnitts. Hier erhalten weibliche Angestellte rund 22 Prozent weniger.

 

Welche Spezialisierungsmöglichkeiten gibt es? 

Bereist im Architekturstudium können verschieden Vertiefungen und Ausrichtungen belegt werden.

Die Möglichkeiten der Spezialisierung sind daher vielfältig. Der Architekt kann folgende Bereiche abdecken:

Neubauplanung, Stadtplanung, Bauleitung, Ausschreibung, Bauwirtschaft (spezielle Kosten und Terminüberwachungen), Projektsteuerung, Sachverständigentätigkeit, Energieberatung, Altbauten (Bausanierungen), Lehre und Bildung , CAD Bearbeitung und Entwicklung /Verkauf in der Bauindustrie.

Tief.- und Strassenbau und Tragwerksplanung ist Sache der Bauingenieure. Innen- und Landschaftsarchitekten sehen wir in diesem Artikel als eigenständige Architektenkategorie.

Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)

HOAI, Die Honorarordnung für Architekten und Ingenieuere

HOAI, Die Honorarordnung für Architekten und Ingenieuere

Die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) ist ein verbindliches Preisrecht für Planungsleistungen im deutschen Bauwesen. Sie beschreibt die unterschiedlichen Leitungsphasen der Leistungsbilder und regelt die Berechnung der Honorare von Architekt_innen und Ingenieur_innen innerhalb des Landes. In der HOAI werden zum einen Angaben über Leistungen mit verbindlichen Vorgaben zur Vergütung gemacht. Zum anderen enthält sie auch Orientierungshilfen zu möglichen Beratungsleistungen und „Besondere Leistungen“ die ohne rechtlich verbindliche Vorgaben vergütet werden.

Das Honorar des Architekten richtet sich nach

  • den anrechenbaren Kosten des Bauvorhabens
  • den Leistungsbildern und Leistungen
  • der zutreffenden Honorarzone und dem vereinbarten Honorarsatz
  • der Honorartafel der jeweiligen Leistungen
  • und bei Leistungen im Bestand dem Umbauzuschlag { §§ 35 und 36).

 

Ein Ziel der HOAI ist es, Planern eine auskömmliche Vergütung ihrer erbrachten Leistungen zu sichern und den Wettbewerb über den Preis der Architektenleistungen zu verhindern.

Die derzeit aktuelle Fassung der HOAI ist seit Juli 2013 gültig und kann auf den Seiten des Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz abgerufen werden.

 

Welche Berufs-Versicherungen benötigt ein Architekt?

Als selbstständiger Architekt sollten man eine Berufshaftpflichtversicherung haben. Diese ist im oft Architektenvertrag nachzuweisen.

Eine Berufshaftpflichtversicherung schützt Sie vor Risiken wie Planungs-, Beratungs-, Bauüberwachungs- oder auch Koordinationsfehler etc., denen Sie als Architekt oder Ingenieur täglich ausgesetzt sind. Diese Versicherung ist damit Kernstück Ihrer Existenzsicherung.

Die objektbezogene Planungs-Haftpflichtversicherung – kurz Objektversicherung bzw.Objekthaftpflicht – ist eine spezielle Ausprägung der Berufshaftpflichtversicherung für Architekten und Ingenieure, die auf die besonderen Belange und Anforderungen zumeist komplexer und exponierter Bauvorhaben mit erhöhtem Gefahrenpotenzial zugeschnitten ist.

Sicher ist für einen selbstständigen Architekten auch ein Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll.

Berühmte Architekten

Dieser Blogpost wäre nicht komplett ohne Ihnen die Architekturgeschichte etwas näher zu legen. Deswegen präsentieren wir hier einige der berühmtesten zeitgenössischen Architekten. Wenn Sie bereits in der Branche tätig sind, finden Sie ja vielleicht sogar ein neues Vorbild oder Sie lassen einfach vom Vorreiterdenken der hier vorgestellten Damen und Herren inspirieren.

Zaha Hadid

Zaha Hadids Feuerwehrhaus des Vitra-Werks. Foto Rory Hyde (CC)

Zaha Hadids Feuerwehrhaus des Vitra-Werks. Foto Rory Hyde (CC)

Zaha Hadid ist eine der erfolgreichsten zeitgenössischen Architektinnen und wurde dadurch berühmt, dass sie als erste Frau den „Nobelpreis der Architektur“ gewann: den Pritzker-Preis (2004).

Hadid stammt aus dem Irak, wo sie Mathematik studierte, ehe sie dann 1971 nach London zog um an der Architectural Association School (AA) Architektur zu studieren. Großbritannien wurde dann ihre neue Heimat; sie wurde Dozentin an der AA und eröffnete 1980 ihr erstes Architekturbüro. Allerdings dauerte es eine Weile bis sie den großen Durchbruch schaffte. Zunächst galten ihre Entwürfe als zu kühn, auch wenn sie es ihr mit ihrem dekonstruktiven Denken gelang, im New Yorker Museum of Modern Art vertreten zu sein.

1993 wurde dann ihr innovativer Entwurf für das Feuerwehrhaus des Vitra-Werks umgesetzt, was ihre Karriere endlich in Schwung brachte. Seitdem hat sie viele neofuturistische Gebäude errichtet, einige davon auch in Deutschland, wie etwa das Phaeno Naturwissenschaftsmuseum in Wolfsburg oder das BMW-Gebäude in Leipzig .

Heute ist Hadid der Inbegriff für extravagante moderne Architektur und inzwischen ist sie sogar mit dem Entwurf für ein WM-Stadion in Katar beauftragt.

Frei Otto

Die Überdachung des Münchner Olympiastadions, Foto Reinald Kircher (CC)

Die Überdachung des Münchner Olympiastadions, Foto Reinald Kircher (CC)

Der renommierte und international hoch angesehene deutsche Architekt und Architekturtheoretiker Frei Otto ist verstarb erst im März diesen Jahres—es ist uns demnach eine Ehre ihn hier mit einer Kurzbiographie würdigen zu können.

Otto wurde 1925 geboren und studierte ab 1943 Architektur an der Technischen Hochschule Berlin, während er gleichzeitig als Kampfpilot ausgebildet wurde und sogar in französische Kriegsgefangenschaft geriet. 1952 eröffnete er dann sein eigenes Architekturbüro.

Frei Otto zählt weltweit zu den bedeutendsten Vertretern der organischen Architektur und zeichnet sich zudem für sein Arbeiten im Leichtbau, sowie Dachkonstruktionen und Brückenbauten aus. Die wohl ikonischste seiner Konstruktionen ist die Überdachung des Olympiastadions, die er zusammen mit Günter Behnisch und später dann auch Jörg Schlaich verwirklichte. Allerdings war Otto mit der Ergebnis nicht so sehr zufrieden, da die Überdachung ihm zu massiv war und er „Luftigeres“ bevorzugte, wie er später mit seinem Entwurf für die Großvoliere im Tierpark Hellabrunn eindrucksvoll belegte.

Renzo Piano

Renzo Piano ist ein italienischer Architekt und erlangte durch seinen Entwurf des Centre Pompidou Berühmtheit, das er zusammen mit Richard Rogers gestaltete. Er studierte zunächst in Florenz und Mailand und wurde durch seine zahlreichen Studienreisen auf den renommierten Architekten Louis I. Kahn aufmerksam, dessen Schüler er wurde bevor er in London mit Rogers ein Architekturbüro gründete.

Nachdem die ungewöhnliche Konstruktion des Centre Pompidous ein großer Erfolg war, gründete Piano zusammen mit dem Ingenieur Peter Rice ein neues Büro (Piano & Rice). In der Zeit bis zu Rices Tod 1993 entstanden so bedeutende Arbeiten wie das Quartierslaboratorium in Otranto oder das Museum der Menil Collection in Houston.

Piano etablierte sich danach als Museumarchitekt, es folgten unter anderem die Fondation Beyeler in Riehen, das Tjibaou-Kulturzentrum auf einer Südsee-Insel und Auditorien in Parma und Rom.

Aktuell ist er für den höchsten Wolkenkratzer Europas, The Shard in London, verantwortlich oder auch das New York Times Building in New York City.

Was Piano vor allem auszeichnet ist die hohe stilistische Vielfalt seiner Werke sowie sein innovativer Umgang mit Baumaterialien und Bautechnologie.

Richard Rogers

Wir haben Architekt Richard Rogers und seinen wichtigsten Bauwerke bereits einen eigenen Blogpost (link)gewidmet. Hier nochmal die wichtigsten Fakten über ihn im Überblick:

Richard Rogers ist ein britischer Architekt, der allerdings in Florenz geboren wurde und damit genauso wie sein zwischenzeitlicher Geschäftspartner Renzo Piano italienischstämmig ist.

Das Centre Pompidou in Paris, das 1971 bis 1977 ist repräsentativ für Rogers außergewöhnlichen Baustil. Das Gebäude ist deswegen so ikonisch, weil die Gebäudetechnik außen angebracht ist. Dies bedeutet, dass sämtliche Treppen, Tragwerke und Rohre sichtbar sind. Rogers führte diesen Stil in weiteren Arbeiten fort, etwa im Lloyd’s Building in London.

Rogers arbeitete auch mit Norman Foster zusammen, mit dem er das Architekturbüro Team 4 gründete. Foster stellen wir im Abschnitt „die bedeutendsten Architekturbüros“ noch einmal genau vor und auch ihm haben wir einen eigenständigen Blogpost gewidmet.

Jean Nouvel

Der französische Architekt Jean Nouvel ist ein weiterer Träger des „Nobel-Preises der Architektur“, dem Pritzker-Preis. Er erhielt die mit 100.000 Dollar dotiert Auszeichnung 2008 und ist damit zu den bekanntesten Architekten Frankreichs aufgestiegen. Sein Büro „Ateliers Jean Nouvel“ gehört zudem zu den größten Architekturbüros in Frankreich und betreut ein hohe Anzahl von Projekten weltweit.

Bekannte Bauwerke von Jean Nouvel:

  • Die Galeries Lafayette in Berlin
  • Das Kulturzentrum Institu du monde arabe in Paris
  • Die Oper von Lyon
  • Das Kultur- und Kongresszentrum Luzern
  • Der Torre Agbar in Barcelona.

Nouvel wird vor allem wegen seines Umgang mit Farben, Materialien und Oberflächen gelobt. Zudem sind seine Bauwerke stilistisch sehr unterschiedlich, da er sich sehr darum bemüht, die Formsprache an die Umgebung anzupassen.

Die 5 größten Architekturbüros der Welt

SANAA Architekten

Zollverein Kubus

Der Zollverein-Kubus in Essen (Foto Andreas Lischka, CC)

Das Büro SANAA (Sejima and Nishizawa and Associates) ist eines der erfolgreichsten Architekturbüros aus dem asiatischen Raum. Es hat seinen Sitz in Tokio und wurde 1995 von Kazuyo Sejima und Ryue Nishizawa gegründet. Bekannt wurde sie dann erst 2005 mit dem Neubau des New Museum of Contemporary Art in New York, 2010 wurde ihnen dann der Pritzker-Preis verliehen.

Das Markenzeichen von SANAA ist die Verwendung von unbehandelten Materialen im Stil des Minimalismus. Laut Sejima verwendet das Büro auch hauptsächlich die Farbe weiß, da es die reduzierteste aller Farben ist.

Auch in Deutschland gelangte das Büro zu Anerkennung. Der von SANAA gestaltete Zollverein-Kubus in Essen wurde vom Bund Deutscher Architekten mit dem Architekturpreise Nike für seine außergewöhnliche städtische Symbolik ausgezeichnet.

Weitere wichtige Projekte von SANAA sind das Kaufhaus und Hotel La Samaritaine in Paris, das Museum für zeitgenössische Kunst in Sydney und das Rolex Learning Center in Lausanne.

 

 

GMP Architekten

Der Berliner Hauptbahnhof von GMP Architekten

Der Berliner Hauptbahnhof von GMP Architekten

Der Berliner Hauptbahnhof (Foto Kamillo Kluth, CC)

Die GMP Architekten haben wir bereits in einem ausführlichen Blogpost näher vorgestellt. Hier nochmal die wichtigsten Fakten im Überblick.

GMP Architekten (Gerkan, Marg und Partner) wurde 1965 von Meinhard von Gerkan und Volkwin Marg in Hamburg gegründet und gehört heute zu den weltweit renommiertesten Architektenbüros. Mittlerweile haben sie nicht nur drei Büros in Deutschland sondern international noch sieben weitere, u.a in Peking, Moskau und Rio.

Beeindruckend ist die hohe Anzahl an Auszeichnungen, die bei nationalen und internationalen Wettbewerben erzielt wurde, u.a der BDA-Architekturpreis Nike 2007, der International Architecture Award des Chicago Athenaeum 2008 oder der deutsche Licht-Design-Preis 2012 für das Universiade-Sportzentrum (Shanghai).

Besonders in Deutschland ist GMP für einige ikonische Bauwerke verantwortlich, wie etwa den Flughafen Berlin-Tegel oder den Neubau des Berliner Hauptbahnhofs. In China entwarf das Büro Messe- und Kongresszentren und Museen und gilt sogar als erfolgreichstes europäisches Architekturbüro in China.

 

Herzog & de Meuron

 

Die Allianz Arena in München. Foto: Manuel Núñez Salinas (CC)

Allianz Arena , München von Herzog & De Meuron

Allianz Arena , München von Herzog & De Meuron

Herzog & de Meuron ist ein Schweizer Architektenbüro, das 1978 von Jaques Herzog und Pierre de Meuron gegründet wurde. Wir haben es in einem eigenen Blogpost schon einmal vorgestellt, hier nochmal die Kurzübersicht.

Herzog & de Meuron beschäftigt heute um die 420 Mitarbeiter und hat neben dem Hauptsitz in Basel auch Niederlassungen in New York, Hongkong, London, Madrid und Hamburg. Zu den bekanntesten Bauwerken des Büros gehören die Allianz Arena in München, das Nationalstadion in Peking oder die Erweiterung der Tate Gallery in London.

Für Schlagzeilen sorgt das Büro immer wieder dann wenn von der Elbphilharmonie in Hamburg berichtet wird. Diese ist zwar schon bereits zum Wahrzeichen der Stadt aufgestiegen, befindet sich aber schon seit 2007 im Bau, während die Frist für die Fertigstellung ständig nach hinten verschoben wird.

Auch Herzog & de Meuron zahlen zu den auserwählten Architekten, die mit dem Pritzker-Preis ausgezeichnet wurden (2001). Weitere Auszeichnungen sind der British Design Award 2006 oder die Große Nike des Bunds Deutscher Architekten.

 

Foster + Partners

Das britische Architektenbüro Foster + Partners wurde 1976 von Norman Foster gegründet und nannte sich damals noch Foster Associates. Zu Beginn seiner Kariere war er ein Vorreiter der High-Tech-Architektur und hat dadurch einen deutlichen Einfluss auf die damalige britische Architekturszene. Interessant ist, dass Foster besonders in Deutschland viele Bauobjekte gestaltet hat, das bekannteste ist sicherlich die Kuppel des Berliner Reichstagsgebäudes.

Eines seiner aktuellste Projekte haben wir einem Blogpost bereits vorgestellt: Die neue Firmenzentrale von Apple. Sie findet sich seit Oktober 2013 im Bau, erstreckt sich auf 260.000 Quadratmet und hat ein Budget von 3,9 Milliarden Euro.

Wenn Sie sich über noch mehr Bauwerke von Foster informieren lassen wollen, dann schauen sich doch einfach in unseren Blogpost über ihn rein.

Aedas 

Wie Sie schon gemerkt haben, scheint es so, dass die meisten der vorgestellten Architektenbüros nach wie vor stark von ihren Gründern geprägt sind und nicht ersichtlich ist, ob noch andere kreative Köpfe das Sagen haben. Deswegen stellen wir Ihnen noch Aedas vor, mit über 1400 angestellten Architekten eines der größten Architekturbüros der Welt. Es verteilt sich auf 32 Büros weltweit und hat seinen Schwerpunkt in Dubai.

Aedas enstand 2002 aus einer Fusion drei verschiedener Architekturbüros und ist Preisträger des Architects’ Journal International Practice of the Year 2010 Awards. Es arbeitet zudem auch in den Bereichen Innenarchitektur, Landschaftsarchitektur und Stadtbau.

Hier einige der bekannten Bauprojekte von Aedas: Die Dubai Metro, das NFL Stadion in Los Angeles und vor allem den Wolkenkratzer Ocean Heights in Dubai.

Aufgrund der hohen Anzahl von Mitarbeitern der breit gefächerten Spektrum an Bauprojekten ist Aeadas damit einigen der wenigen bedeutenden Büros, hinter denen kein berühmter Kopf steht.

 

Wo man Architekten noch trifft

Wer arbeitet wo?

Die meisten Architekten und Stadtplaner arbeiten laut einer Statistik der BAK in einem beamteten oder angestellten Verhältnis: Ihre Anzahl betrug mit Stand 01.01.2015 eine Höhe von 67 820. Davon waren 64 367 Architekten und Stadtplaner in Büros oder Ähnlichem angestellt und 3 453 arbeiteten im Öffentlichen Dienst.

In derselben Umfrage stellte die BAK 56 739 freischaffende Architekten und Stadtplaner fest. Laut dem Statistischen Bundesamt gab es 2012 in Deutschland rund 103 000 Architektur- bzw. Ingenieurbüros. Hiervon machten etwa drei Viertel einen Jahresumsatz von weniger als 250 000 Euro. Unter den Büros mit diesem geringen Umsatz betrug die Anzahl der Einzelunternehmen über 82,6 Prozent – der Zusammenhang liegt klar auf der Hand. Auch drei Jahre später ist nicht davon auszugehen, dass sich dieses Bild grundsätzlich verändert hat.

Natürlich gab und gibt es unter Architekten nicht nur auf die eine oder andere Art Berufstätige. Im Dezember 2011 waren gemäß Statista.de in Westdeutschland 1 653 und in Ostdeutschland 737 Architekten ohne Arbeit. Laut der Agentur für Arbeit waren im Dezember 2014 sogar 2 443 Architekten arbeitssuchend gemeldet.

Was Sie noch über Architekten wissen sollten

Was die Tätigkeiten eines Architekten umfasst, ist bekannt: Er plant Bauwerke. Dass der Architektenberuf nicht mehr zwingend zu den per se gut verdienenden und anerkannten „drei As“ gehört, oftmals weniger. Architekten sind trotz all ihres künstlerischen und Stadtbilder verändernden Schaffens letztlich auch einfach Berufstätige, zu deren Berufsstand es viele interessante Fakten gibt. Hier sind einige davon:

Architektendichte der Bundesländer

Gemäß der Bundesarchitektenkammer (BAK) stellte sich die Architektendichte der Bundesländer zum 01.01.2015 wie folgt dar (verkammerte Architekten): Hamburg hat im Verhältnis zur Einwohnerzahl die meisten Architekten. Hier kommen auf einen von ihnen 367 Einwohner. Berlin folgt dichtauf: Hier stehen statistisch betrachtet einem Architekten 415 potenzielle Auftraggeber zur Verfügung. Ein wahres Akquise-Eldorado für Architekten könnte – unbeachtet aller weiteren Kriterien – Sachsen-Anhalt sein: Hier kommen 2 234 Einwohner auf einen Architekten.

Planerinnen und Planer

Insgesamt wurden gemäß BAK zum 01.01.2015 als Summe aller Architekten und Stadtplaner 127 928 Personen verzeichnet. Von dieser Gesamtzahl waren 41 084, also 32,1 Prozent, Frauen und 86 844, also 67,9 Prozent, Männer. Werden diese Zahlen detaillierter betrachtet, ergibt sich ein noch präziseres Bild der Geschlechterverteilung innerhalb des Berufsstandes. Schaut man zum Beispiel auf die Innenarchitekten unter den Planern, so dominieren die Frauen mit 58 Prozent. Den geringsten Prozentsatz machen sie hingegen unter den Hochbauarchitekten aus: Hier sind sie lediglich mit 30,1 Prozent vertreten. Stadtplanerinnen finden sich wenige mehr – mit 30,8 Prozent nähern sie sich geringfügig ihren männlichen Kollegen an. Unter den Landschaftsarchitekten fällt die Dominanz der männlichen Planer nur noch gering aus: Mit 58 Prozent stehen sie nicht weit vor den Landschaftsarchitektinnen mit 42 Prozent. Insgesamt ist zu sagen, dass sich innerhalb der Architekten und Stadtplaner Trends zu weiblich und männlich dominierten Spezialisierungen abzeichnen.

Dieser Artikel enthält keine Rechtsberatung oder Steuerberatung.

Gemeinschaftsartikel von Gina Doormann (gd) + Jesco Puluc (jp) +  Anett Ring (ar), freie Fachjournalistin und M.A. Architektur + Architekt Oliver Preikschat (op)

Wir freuen uns über Kommentare, Anregungen und Verbesserungsvorschläge.

Kommentare

Von Dipl.-Ing. Werner Kahlkie Veröffentlicht 20. März 2015 19:08 Reply

Ist es wirklich richtig, dass im Studium Bau-Statistik gelernt werden soll?

Von op Veröffentlicht 20. März 2015 19:34 Reply

Sehr geehrter Herr Kahlkie, vielen Dank für Ihren Hinweis, es soll natürlich Baustatik, respektive Tragwerksplanung heissen, wurde gleich geändert .

Hinterlasse einen Kommentar