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Berühmtheiten der Architektur – Teil 1: Foster + Partners

In unserer neuen Reihe „Berühmtheiten der Architektur“ stellen wir vom ArchitektenScout Ihnen die Stars der Architekturszene vor: Architekten, Architektenbüros, außergewöhnliche Bauwerke — alles was das Architekten-Herz begehrt. Wir beginnen mit keinem geringeren als Norman Foster und seinem Büro Foster + Partners.

Foster + Partners — Porträt eines außergewöhnlichen Architektenbüros

Foster + Partners ist ein britisches Architektenbüro, das 1967 unter dem Namen Foster Associates von Norman Foster gegründet wurde und durch seine Glas- und Stahlbauten berühmt wurde. Es gehört auch heute noch zu den weltweit bekanntesten Architektenbüros und beschäftigt über 900 Mitarbeiter.

Norman Foster wurde 1935 in Manchester geboren und erhielt nach seinem Universitäts-Abschluss ein Stipendium an der Yale School of Art and Architecture. Nach einer fruchtbaren Zusammenarbeit mit Richard Buckminster Fuller gründete er dann mit seiner Ehefrau und einem weiteren Architekten-Ehepaar (Sue und Richard Rogers) das Architekturbüro Team 4, dem heutigen Foster + Partners.

Foster wurde durch den sogenannten High-Tech-Stil bekannt, wobei er zunächst Industriebauten designte, bevor er sich vorrangig Bürobauten zuwandte. Da er sich mit einigen deutschen Architekten und Geisteswissenschaftlern besonders gut identifizieren konnte, errichtete er mit seinem Büro eine Vielzahl von Bauwerken in Deutschland, darunter auch die Kuppel für den Reichstag.

1990 wurde er in Großbritannien zum Ritter erklärt und 1997 mit dem Order of Merit ausgezeichnet. Er ist zweimaliger Preisträger des Stirling Price (für das American Air Museum sowie das 30 St Mary Axe) und wurde zudem mit einem der wichtigsten Architektur-Preise überhaupt, dem Pritzker Architecture Prize, ausgezeichnet.

Im Folgenden stellen wir einige der bekanntesten Bauprojekt von Foster + Partners vor, damit Sie einen Einblick in die beeindruckende Architekturskunst dies Büros kommen.

Die Reichstagskuppel

Die von Norman Foster entworfene Reichstagskuppel ist eines der ikonischen Bauwerke Berlins und symbolisiert die Wiedervereinigung Deutschlands. Sie hat einen Durchmesser von 38 Metern, ist 23,5 Meter hoch und ist mit 3000 Quadratmetern Glas verkleidet.

Die Kuppel ist Teil des ökologischen Energiekonzepts des Reichstags, was bedeutet, dass sie zur Belichtung des Plenarsaals beiträgt um Energie zu sparen. Dabei wird sie durch einen computergesteuerten Schirm unterstützt, der die Sonneneinstrahlung regulieren kann um eine zu große Erhitzung zu verringern. Die Kuppel wurde nach vier Jahren Bauzeit im Jahr 1999 fertiggestellt und hat seitdem Millionen von Besuchern angezogen.

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Die Reichstagskuppel von Sir Norman Foster
(© S_kohl/ depositphotos.com)

30 St Mary Axe — die „Gurke“ von London

Der Wolkenkratzer 30 St Mary Axe ist ein Wolkenkratzer im Finanzbezirk Londons und eines der bekanntesten Bauwerke von Foster + Partners. Es trägt den Spitznamen The Gherkin (das englische Wort für Gurke) und war eine Auftragsarbeit für den Rückversicherer Swiss Re. Norman Foster ist zusammen mit Ken Shuttleworth für das Design des Gebäudes verantwortlich und schon wie bei der Reichtagskuppel wurde viel Wert auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz gelegt. Durch die ausgeklügelte Verglasung wird besonders wenig Energie für Beleuchtung aufgewendet und durch das System der passiven Solarenergie wird auch im Winter nachhaltig geheizt.

Auf der höchsten Etage gibt es eine Bar mit 360-Grad-Blick sowie ein Restaurant und private Esszimmer. Das Gebäude diente zudem als Kulisse für einige Hollywood-Filme wie Woody Allen’s Match Point oder den letzten Harry Potter Film.

Hier noch einige Eckdaten des Gebäudes:

  • 180 Meter hoch
  • Von 2001-2004 erbaut
  • Nutzfläche ca. 65.000 m2
  • Baukosten: 200 000 000 €

Das Viadukt von Millau

Ein weiteres herausragendes Bauwerk von Foster + Partners ist das Viaduct von Millau (französisch: Viaduc de Millau), die längste Schrägseilbrücke der Welt.

Ein grundlegendes Material für den Bau der Fahrbahnkonstruktion war dabei ein von der Dillinger Hütte im Saarland angefertigtes Stahlgrobblech. Zudem wurden insgesamt 260.000 Tonnen Beton mit einem Gesamtvolumen von 53.000 m3 verwendet. Die Fahrbahn ist an Stahlseilen aufgehängt und der Fahrbahnbeleg beinhaltet über 9000 Tonnen Asphalt.

Bemerkenswert ist, dass die Planungen für die Konstruktion dieses außergewöhnlichen Bauprojekts bereits Ende der 1980er Jahre begannen. Damals war die französische Nord-Süd-Autobahn A75 ständig überlastet und die Lösung bestand quer durch Gebirge ein Viadukt zu errichten, in der Nähe der Stadt Millau — die Idee für das Viadukt von Millau war geboren.

Eckdaten:

  • Länge: 2460 m
  • Höhe 270 m
  • Bauzeit: 2001-2004
  • Planung Michel Virlogeux, Ausarbeitung Norman Foster
  • Preisträger des Outstanding Structure Awards der IABSE
  • Kosten: 400 Millionen Euro

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Das Viadukt von Millau

(© phb.cz/ depositphotos.com)

Das war der erste Teil unserer Reihe „Berühmtheiten der Architektur“. Wir vom ArchitektenScout freuen uns auf den nächsten! Bis dahin schauen Sie doch auf unserer Startseite ob Ihnen unsere anderen Artikel gefallen, etwa zum Thema Selbstvermarktung für Architekten.

Weiter zu den Berühmtheiten der Architektur, lesen Sie hier: Bürovorstellung Herzog & de Meuron 

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