Berühmte Architekten: Michael Graves

  • Von Jesco Puluj
  • Veröffentlicht 8. August 2016
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In unserer Reihe „Berühmtheiten der Architektur“ stellen wir vom ArchitektenScout Ihnen die Stars der Architekturszene vor: Architekten, Architektenbüros, außergewöhnliche Bauwerke — alles was das Architekten-Herz begehrt.

In unserem heutigen Artikel stellen wir Ihnen einen der bekannten „New York Five“ vor: Michael Graves.

Michael Graves – Ikonische und postmoderne Architektur

Michael Graves wurde 1934 in Indianapolis, Indiana geboren und gilt als einer der wichtigsten Vertreter der neuen Moderne in der zeitgenössischen Architektur.

Nach dem Architektur-Studium an der Universität zu Cincinnati und Harvard verschlug es ihn für sein Nachdiplomstudium nach Rom an die American Academy, wo er dank des gewonnenen Prix de Rome zwei Jahre verbrachte.

Zurück in den USA dozierte er bis zu seinem Tod als Professor an der Universität Princeton. Dort gründete er 1964 sein eigenes Architekturbüro. Als vielfacher Gastprofessor war er außerdem in Oregon, Austin, Eugene und Houston tätig.

Zusammen mit Peter Eisenman, Charles Gwathmey, John Hejduk und Richard Meier bildete er eine Gruppe von New Yorker Architekten, die sich als New York Five der reinen Form des Modernismus zuwandten. Besonders in den 1970er Jahren entwarf er modernistische Wohnhäuser, so wie das Snyderman-Haus für das gleichnamige Ehepaar.

Für den Großteil seiner Karriere widmete sich Graves dem Postmodernismus und „Neuen Urbanismus“. Das Portland Building, das 1982 eröffnet wurde, ist eines seiner bekanntesten Werke und gilt als erstes, groß angelegtes und umgesetztes Beispiel des Postmodernismus.

Mit der Goldmedaille wurde er 2001 vom American Institute of Architects ausgezeichnet und elf Jahre Später zum Mitglied an der National Academy of Design gewählt.

Als Vater von vier Kindern lebte und arbeitete Graves in seinen letzte Jahren in Princeton. Dort starb er 2015 im Alter von 80 Jahren.

Im Folgenden stellen wir Ihnen einige seiner bekanntesten Bauten kurz vor:

Hanselmann House, Fort Wayne, Indiana (1968)

Seine erste Auftragsarbeit absolvierte er 1968 mit dem postmodernistischen und puristischen Hanselmann House. Stilistisch berief es sich auf Le Corbusiers Manifest „Fünf Punkte zu einer neuen Architektur“.

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Hanselmann House (Foto: Flickr: DI Library, CC BY NC SA 2.0)

Snyderman House, Fort Wayne, Indiana (1972)

Für Sanford und Joy Snyderman entwarf Graves einen spektakulären Familiensitz in Fort Wayne. Von der Fach- und Boulevardpresse wurde es als ein gewaltiges Werk der späten Moderne gefeiert, das durch seinen Einfallsreichtum und hohen Anspruch hervorstach. Neben Graves Hanselman House, das er zuvor fertigstellte, und Richard Meiers „New Harmony Athenaeum“ ist es eines der Nationalsymbole moderner Architektur.

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Snyderman House (Foto: Wikimedia Commons)

Portland Building, Portland, Oregon (1982)

Das 15-stöckige Bürogebäude in Portlands Stadtzentrum kostete 29 Millionen US-Dollar und wurde seinerzeit als architektonisch wegweisend (und kontrovers) betrachtet. Eine Debatte zur Erhaltung des Gebäudes läuft nach wie vor.

The Portland Building in August 1982. Photo by Steve Morgan.

Portland Building (Foto: Wikimedia Commons, CC BY SA 3.0)

Humana-Gebäude, Louisville, Kentucky (1985)

Das 26-stöckige Gebäude ist Sitz der Humana Corporation in der Innenstadt von Louisville und bekannt für seine postmoderne Architektur. Es wurde von Michael Graves entworfen. Der Bau begann im Oktober 1982 und wurde im Mai 1985 abgeschlossen.

Jede Seite des Gebäudes ist etwas anders gestaltet. Auf den oberen Etagen ist sogar eine geneigte Pyramide zu finden. Das charakteristische Design führte zu seinem Beinamen „Die Milchpackung“. Bekannt ist es ebenfalls für die Außenkonstruktion aus pinkem Flach-Granit.

Die Loggia der Nordfassade berücksichtigt die Architektur des alten Stadtkerns und ist perfekt bündig mit der Geschäftsfassade der alten Hauptstraße.

Der große, gebogene Teil in Richtung der Spitze des Gebäudes ist eine Open-Air-Aussichtsplattform. Der äußerste Punkt des Kreises diente bis zu den Terroranschlägen vom 11. September als spektakuläre Aussichtsplattform mit Blick auf den Ohio River und die Hauptstraße.

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Humana-Gebäude (Foto: Wikimedia Commons)

Das Walt Disney World Dolphin Resort und Swan Resort Hotels, Orlando, Florida (1987)

Die Walt Disney World Dolphin und Swan Resort Hotels waren die ersten Hotelprojekte, die Disneys “Unterhaltungsarchitektur” in ihren Themenparks verkörperten. Graves konzipierte die Architektur, Innenräume, Möbel, Schilder und Grafiken für beide Hotels. Die kombinierten Einrichtungen machen den 2.265-Zimmer-Komplex zu einem der größten Kongresszentren im Südosten der USA.

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Walt Disney World Dolphin Resort (Foto: Wikimedia Commons)

NCAA Hall of Champions, Indianapolis, Indiana (1997)

Die NCAA Hall of Champions ist ein Museum sowie Messe- und Konferenzzentrum, das an das nationale Büro der National Collegiate Athletic Association (NCAA) in White River State Park angrenzt.

Unter der Verwendung von zukunftsorientierten Design-Techniken wurde in dem vierstöckigen Bürodesign das Gefühl von Offenheit angestrebt. Dem NCAA ermöglichte der Bau auch eine Neubetrachtung der eigenen Unternehmenskultur — von einer hierarchischen, vertikalen Organisation zu einer offenen Horizontalen.

Das 40.000 Quadratmeter Gebäude steht auf dem Platz eines ehemaligen Kraftwerks und und erinnert mit seiner markanten Fassade an akademische Sportanlagen. Für Ankündigungen und Sendungen des NCAA wird sie häufig als Kulisse verwendet.

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NCAA Hall of Champions (Foto: Wikimedia Commons)

Steigenberger Hotel, El Gouna, Ägypten (1997)

Das 1930 von vom deutschen Albert Steigenberger gegründete Unternehmen für Luxushotels ist weltweit mit 82 Hotels und 14.283 Zimmern vertreten.

Das luxuriöse Hotel Golf Resort und Hotel in Ägypten liegt am Roten Meer und drückt eine Mischung aus moderner Architektur aus, die die regionalen Traditionen respektiert. Die Hotelanlage erlaubt den Blick auf den Championship-Golfplatz, Lagunen, Pool und die üppigen Gärten.

Die charakteristisch gewölbten Innenräume des Spas sind mit türkischen Bädern und Mosaik-Fliesenbecken ausgestattet. Sie werden von oben durch sehr lichtdurchlässige Clerestoryfenster beleuchtet. Das Restaurant und die Bar bieten in einem benachbarten, pyramidenförmigen Gebäude einen atemberaubenden Blick auf den Golfplatz und das Rote Meer.

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Steigenberger Hotel (Foto: Wikimedia Commons, CC BY 3.0)

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